Archiv des Autors: Birgit Rydlewski

Demos barrierefreier gestalten

Verlinkt von der Krüppel Pride, bietet dieses Zine schon einmal eine sehr guten Übersicht zum barrierefreien Gestalten von Veranstaltungen und Demos.

http://akmob.kulturrevolution.de/aus.schluss-barrierefrei-veranstalten.pdf

Genannt bei Twitter wird zum Beispiel Angst, „unter die Räder zu kommen“. Deshalb nehmen mitunter Menschen mit Behinderungen sehr selten oder gar nicht an Demos teil oder nur, wenn sie innerhalb einer Gruppe organisiert sind von weiteren Menschen mit Behinderungen.

Es gibt aber sicher schon einige Dinge, die Demoorganisator*innen berücksichtigen können, um ihre Demo barrierefreier zu gestalten und damit auch mehr Menschen mit Behinderungen eine Teilnahme zu ermöglichen.

Eine unvollständige Checkliste:

* An- und Abreise (barrierefreie Bahnhöfe in der Nähe?)

* wenn Anreise per Bus: ist der Bus barrierearm, gibt es die Möglichkeit (E-)-Rollis sicher zu verstauen und schnell griffbereit zu haben

* Wegstrecke (mögliche Stolperfallen, Straßenbahnschienen, Sand, Wiese, fehlende abgesenkte Bürgersteige, Steigungen etc.)

* Bei größeren Events: Übernachtung, Essen, Verfügbarkeit von barrierefreien Toiletten

* Awarenessteam, was nicht verhätschelt

* Ausgebildete Demosanis (die nicht nur Sonnenstich, Pfefferspray, Schlagstock-Vorkomnisse abdecken können)

* Tempo der Demo (auch im Hinblick auf Menschen mit Gehbehinderungen)

* Durchsagen/Reden wie kommunizieren für Menschen mit Hörbehinderungen

* Buddys/Bezugsgruppen organisieren? (Erst recht für Menschen, die bisher wenig Demoerfahrung haben, alleine sind und bei Demos, bei denen Eskalationen zu erwarten sind)

* Bereiche ohne laute Musik

* Cops bitten, Blaulicht auszuschalten oder auf Minimum zu reduzieren (Photosensitivität)

* Werbung/Homepage barrierefrei, Farbauswahl Flyer/Sticker, Kontraste? Leichte Sprache?

* weitere Punkte werden entsprechend fortlaufend ergänzt

Pläne für Notfälle:

* Schutz von Menschen wie organisieren?

* Lautsprecherbesatzung sollte vorhersehbare Gefahren angemessen und transparent kommunizieren

* z.B. weil Demo ins Rennen kommt, Zugriffe/Pfefferspray von Polizei etc., Angriffe von Nazis etc.

* Dafür müssen vorab Menschen (Buddys/in den Bezugsgruppen) benannt werden, die in der Lage sind, den Überblick zu bewahren und erfahren genug sind, dynamische Situationen einschätzen zu können

Mit Behinderungen zu einer Demo gehen?

Menschen mit Behinderungen müssen immer ein paar Dinge mehr jonglieren, um an Veranstaltungen oder Demos teilzunehmen. Darüber schreibe ich hier auch immer mal wieder:

https://birgit-rydlewski.de/2014/11/19/lass-das-doch-lieber-mal-mit-der-demo/

Heute hatte ich mich kurz gefreut, als ich einen Tweet von Fridays for Future Dortmund las, in dem es um Einbindung von Menschen mit Behinderungen in das Demogeschehen ging. Leider bin ich da aber erst einmal einem Verständnisproblem meinerseits erlegen, weil ich davon ausging, dass es auch darum ging, Demos auf der Straße so zu gestalten, dass Menschen mit Behinderungen sich dort gut aufgehoben und mitgedacht fühlen und somit, dass Demos für Menschen mit Behinderungen zugänglicher werden.

In diesem konkreten Fall ging es aber nicht um die Demo auf der Straße, sondern darum, eine Möglichkeit anzubieten, online teilzunehmen mit Schildern und Fotos bei Instagram.

Vielleicht ist die Idee grundsätzlich auch gar nicht so verkehrt, gerade in Zeiten einer globalen Pandemie und bevor man dann halt gar nichts macht, kann man irgendwie online noch partizipieren.

Ketzerisch hat das aber für mich auch ein wenig so einen ähnlichen Gehalt wie Petitionen und vielleicht möchten ja auch Menschen mit Behinderungen nun mal wieder an so einer Demo auf der Straße teilnehmen.

Aus dem Nähkästchen geplaudert habe ich mittlerweile einige Demoerfahrungen gemacht mit eskalierenden Demos, an denen ich teilgenommen habe mit Behinderung. Ein Positivbeispiel (nicht, was das Verhalten der Polizei angeht, aber durchaus von Teilen der Demo) war vor einigen Jahren in Duisburg rund um die Gegendemos gegen Nazis am Wohnblock „In den Peschen“. Ich war gerade frisch gespritzt am kaputten Auge und musste Pfefferspray in jedem Fall aus dem Weg gehen. (Ich ignoriere jetzt mal Kommentare in Richtung: „Warum gehst Du dann auch dahin?“)

Ich habe vor Beginn kommuniziert, dass ich Pfefferspray gerne vermeiden würde. Als die Situation etwas unruhig wurde (tatsächlich kam das mit dem Pfefferspray kurze Zeit später), organisierte eine der Demoorganisatorinnen in sehr kurzer Zeit eine oder zwei Reihen, die sich vor unsere Reihe stellten zu meinem Schutz. Zudem hatte ich eine sehr vertraute Bezugsgruppe, in der auch ein ausgebildeter Sani war. Ich habe mich da also trotz der Eskalation sicher gefühlt die gesamte Zeit.

Wie kann man aber generell Demos so gestalten, dass sich Menschen mit Behinderungen dort wohlfühlen und sich entsprechend auch mehr trauen, bei Demos mitzugehen.

Dafür haben schon einige Menschen via Twitter Input gegeben und vielleicht können wir weiter sammeln, um so etwas wie eine Übersicht/eine Checkliste zu bekommen, die helfen kann, Demos barrierefreier zu gestalten.

Meer – Linien, Wolken, Dramahimmel

Eigentlich sollte ich irgendwas Politisches schreiben. Etwas Bedeutendes. Revolutionäres.

Stattdessen sitze ich nur irgendwie verloren am Meer. Bei teurem Rotwein. Privilegiert. Und versuche, nicht zynisch und verbittert zu werden.

Und das ist halt viel leichter, wenn man sich spontan Meer und teuren Rotwein leisten kann.

Winter in Dortmund

Nur ein paar Bilder…

Phönix-West, ehemaliger Hochofen etc.
Von Phönix-West Blick Richtung Westfalenpark mit Fernsehturm
Phönix-West Hundewiese
Emscher
Westfalenpark mit Florian

Ich versuche auch mit Sehbehinderung ab und an noch Fotos mit dem Smartphone zu machen. Das funktioniert halt mal besser und mal schlechter 😉

Umgang mit Hunden

(Auch oder gerade in der sogenannten linksradikalen Szene)

Ich hatte vor Jess keinen eigenen Hund. Bisher waren es Katzen und eine Weile habe ich Pferde ausgebildet. Grundsätzlich sind aber die lernpsychologischen Grundlagen bei unterschiedlichen Tieren nicht so wesentlich anders, oder?

Bei Pferden habe ich immer ein wenig geguckt, was diese anbieten. Was sie gerne machen. Und dann versucht, in der Richtung zu verstärken, so es denn Verhaltensweisen sind, die sinnvoll/nützlich erscheinen.

Jess zum Beispiel ist sehr mutig, vorausgehend, neugierig. Das ist sehr hilfreich. Man muss sie eher etwas bremsen in ihrem Sturm und Drang. Warten fällt ihr schwer. Geduld. Irgendwo rumsitzen. Ruhe zu lernen, ist trotzdem natürlich sehr wichtig und auch sinnvoll gerade vor dem Hintergrund möglicher Neigung zu Reizüberflutung.

Spannend finde ich, seit ich nun diesen Hund habe, aber vor allem auch das Verhalten von Menschen (fremden und bekannten) im Bezug auf Hunde.

Warum erwarten Menschen von Hunden per se erst einmal absoluten Gehorsam? Sogar Menschen, die ich dem anarchistischen/antiautoritären Spektrum zuordnen würde. Was sind das für autoritäre Denkmuster? Würde man das so auch von Katzen, Schafen, Hühner etc. erwarten?

Viele andere Tiere sind aber nun nicht so im öffentlichen Raum unterwegs wie gerade eine auch zunehmende Anzahl von Hunden. Und natürlich ist auch nachvollziehbar, dass man nicht einfach angesprungen, angesabbert, beknabbert etc. werden möchte von einem fremden Hund. Eine gewisse Rücksichtnahme ist daher von Seiten des Hundes (noch mehr von Seiten der dazugehörenden Menschen) auf jeden Fall angebracht.

Aber das erklärt nicht, dass Menschen sich zum Beispiel hinstellen und von meinem Hund erwarten, „Sitz“ zu machen. Was ist denn da der Sinn überhaupt? Geht es um so Unterordnungszeug? Dominanz? (Die meisten dazu herumgereichten Theorien sind im Übrigen mittlerweile lange widerlegt, halten sich aber sogar in linken Kreisen weiter hartnäckig.)

Ein Bekannter schlug mal Kann- und Muss-Kommandos vor. Finde ich durchaus eine spannende Idee. Muss-Kommandos gibt es bei mir nicht so viele. Eigentlich nur welche, die meine, die Sicherheit des Hundes, eines anderen Tieres oder Menschen betreffen. „Stopp“ zum Beispiel (an Straßen, zum Abbruch eines Jagdversuchs, bergab oder auf Treppen, damit ich nicht falle) oder „Aus“, „Nein“ beim Fressen von etwas Unverdaulichem/Unbekannten oder gar Giftigem. (Und da das noch nicht immer klappt, ist sie halt vorwiegend mit Leine unterwegs.)

An anderen Stellen bitte ich mehr. „Kannst Du mir einen Mülleimer/eine Bank/einen Aufzug finden?“, „Zur Seite“, „rechts“/„links“, „voran“/„hinter“ finde ich auch durchaus hilfreich. Es ist aber für mich meistens nicht lebensbedrohend, wenn das nicht klappt.

In erster Linie sind aber Hunde halt auch Wesen mit Bedürfnissen und ich würde mir wünschen, wenn diese auch dementsprechend zur als solche zur Kenntnis genommen würden. Am Ende ist es also auch dort ein Aushandeln dieser Bedürfnisse zu einem möglichen Konsens, oder? Nicht einmal Hundeerziehung ist unpolitisch.

Auf dem Weg zum Assistenzhund?

(Oder doch nicht?)

Das ist die Hündin, die ich mir seit über einem Jahr mit meinem Mitbewohner teile:

Sie ist ein Ca de Bestiar (ein mallorquinischer Schäferhund). Ob Mix oder reinrassig wissen wir nicht. (Der Vater hat sich vermutlich einfach unerkannt aus dem Staub gemacht.) Sie wurde uns vom Tierschutz vermittelt, da die Familie, die sie von Mallorca mitgebracht hatte, nicht genug Zeit für sie hatte.

Ursprünglich suchte ich einen Hund, welcher Assistenzhund für mich werden sollte. Jess ist dafür aufgrund ihrer Rasse aber wohl nur bedingt geeignet. Der Rasse sagt man Mut und Unabhängigkeit nach und einen starken Schutztrieb. Zumindest fehlt da schlicht der „will to please“, den zum Beispiel Labradöre haben. Sie mag aber rasseuntypisch erst einmal sehr überschwänglich alle fremden Menschen und Hunde. (Auch das kann natürlich recht anstrengend sein.) Als mich irgendwann letztes Jahr drei Typen auf dem Abendspaziergang dumm angequatscht haben, hat sie aber durchaus sehr beeindruckend geknurrt.

Aber wie auch immer sich das entwickelt: Wir waren nun zum ersten Mal ein paar Tage alleine (ohne meinen Mitbewohner) unterwegs und viel hat besser geklappt, als erwartet.

Das erste halbe Jahr war Jess viel krank. Giardien. Mehrfach. Eine Magen-Darm-Empfindlichkeit ist geblieben. Eine Augen-OP war nötig. Ich war oft auch wegen ihres ungestümen Wesens und der nicht unerheblichen Lust, zu jagen, mit den Nerven völlig fertig und hatte auch den Gedanken, den Hund wieder abzugeben. (Wir erinnern uns, als sie mich im Park mit Schleppleine einfach mal umgerissen hat, um Gänse zu jagen und ich laut fluchend und heulend durch den halben Park hinter ihr her musste (kein Tier wurde verletzt).) Ich bin sehr froh, dass mein Mitbewohner und ich uns das alles teilen. Alleine könnte ich das aus unterschiedlichen Gründen einfach nicht.

Auch neigen mallorquinische Schäferhunde wohl mehr als andere Rassen zu Reizüberflutung. Da muss ich allerdings sagen, dass durch Übung schon sehr viel möglich ist zumindest mit diesem Hund. Mittlerweile fährt sie (unter Protest, weil langweilig) U-Bahn/S-Bahn. (Keine Ahnung, ob Tiere und Menschen nicht aber auch generell Reizüberflutung eher nur dulden und nicht per se toll finden und wir uns nur alle irgendwie notgedrungen daran gewöhnt haben.)

Fernzüge hingegen sind richtig entspannt mit ihr. Da schläft sie vorwiegend. (Hamburg und Berlin Hauptbahnhof haben wir nun mittlerweile auch schon zusammen gesehen und überstanden.)

Diese kleine Reise hat uns ganz gut getan. Ich traue mir und dem Hund viel mehr zu. <3

Vielleicht schreibe ich ab und an mal über unsere weitere Entwicklung als Team. Hier geht es zu meinen Überlegungen zum Umgang mit Hunden. (Teaser: Ich hadere da auch mit Menschen aus der „linken“ Szene ob des möglicherweise autoritären Handelns gegenüber Hunden.)

Nachtrag: Mit dem Auszug des Mitbewohners ist auch der „kleine“ Hund weggezogen. Alleine habe ich mir das dann in letzter Konsequenz doch nicht zugetraut. Ihr geht es richtig gut, sie lebt direkt am Wald. (Und ich vermisse sie noch sehr oft.)

„Linksliberal“

Man sieht derzeit die weißen Hufeisenwerfer:innen mit „black lifes matter“ in ihren Profilen. Irgendwie gegen rechts. Aber institutionellen Rassismus in Sicherheitsbehörden schön abstreiten. Und eigene Rassismen auch bloß nicht hinterfragen. Weiter Stimmen von Betroffenen kleinreden. So schlimm ist das doch alles nicht in Schland. Rassismus doof finden macht sich in liberalen Kreisen ganz hübsch im Profil. Aber bei Gegenwind was von „Meinungsfreiheit“ schreien. Da erkennt man dann nicht mal mehr große Unterschiede zur AfD.

Antirassismus verkommt so als Marketinginstrument. Man versichert sich gegenseitig wie toll man sei. Und versucht nicht einmal zu verstehen, wie institutioneller Rassismus funktioniert, wie dies auch in deutschen Behörden vorhanden ist. Denn auf die Polizei lässt man nichts kommen.

Und dann ist der Feind halt doch wieder „die Antifa“. Und zu radikal sollte man ja generell nicht sein.

Auf die Liberalen, die Satten, die Boomer kann man niemals bauen.

Linke Räume/Veranstaltungen/Gruppen und Barrierefreiheit

Ich muss gestehen: Als ich jünger und leistungsfähiger war, habe ich mir gar keine Gedanken gemacht zu so Themen wie Barrierefreiheit. Als Lehrerin war das dann schon immer mal Thema, aber in linken, politischen Gruppen kaum. Als nun aber selbst Betroffene fällt mir immer mehr auf, dass linke Räume und Veranstaltungen sehr wenig auf die Bedürfnisse behinderter Menschen ausgerichtet sind. Auch bei Demonstrationen sieht man, wenn es nicht explizit um Themen geht, die mit Behindertenrechten zu tun haben, eher wenig Menschen mit sichtbaren Behinderungen (zum Beispiel auch jetzt zum Frauenkampftag). Grundsätzlich sind linke Demos eher männlich geprägt und Menschen über 30 auch schon seltener.

Kann man das ändern? Will man das ändern? (Ich unterstelle einfach mal, dass Menschen nicht absichtlich ausschließend sind, sondern vermute, dass in den ganzen Kämpfen gegen Patriarchat, Kapitalismus und Rechtsruck etc. kaum noch Kapazitäten sind, Bedürfnisse von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen mitzudenken, zu berücksichtigen und deren Kämpfe auch solidarisch zu unterstützen. Was ich schade finde.)

Alle paar Monate suche ich dann nach Beispielen, wo sowas schon gut funktioniert. Insofern möchte ich mit diesem Text, den ich sukzessive ergänzen werde, Positivbeispiele sammeln und Hinweise von Menschen mit Behinderungen aufnehmen, was ihnen fehlt in linken Zusammenhängen bzw. wie man mehr Teilhabe verwirklichen könnte.

(Dieser Text erfüllt auch noch nicht alle Bedingungen zur Barrierefreiheit. Ich arbeite daran, dies zu verbessern.)

Beispiele:

Leichte Sprache auf der Webseite: Das AZ Conni in Dresden

https://www.azconni.de/leichte-sprache/

Vielen Dank an Jan in den Kommentaren für die folgende Ergänzung:

„Das AZ Conni hat seit der Sanierung einen Aufzug und die Kneipe, Rolliklo und alle Veranstaltungsräume sind mit dem Rollstuhl barrierearm erreichbar. Außerdem hat der Tresen eine Absenkung für Rollifahrer_innen. Auf der Homepage steht dazu u.a. etwas hier: https://www.azconni.de/statement-zum-toilettenumbau/
Zusätzlich gibt es am Tor eine Infobake für Menschen mit Sehbehinderungen“

Habt ihr weitere Beispiele für gelungene Versuche von Barrierefreiheit in linken Räumen? Gerne als Kommentar.

Welche linken Räume haben Hinweise zur Barrierefreiheit auf ihrer Seite?

    Beim AZ Mülheim zum Beispiel habe ich keine Suchfunktion gefunden. Es gibt aber einen Hinweis zur Barrierefreiheit, welchen man durch Scrollen auf der Hauptseite links findet. (Nicht direkt verlinkbar, daher als Screenshot.)

    Beim AJZ Bielefeld findet sich links unter Infos ein Satz zur Barrierefreiheit

Bei den meisten linken Räumen finde ich leider keine Hinweise zur Barrierefreiheit auf der Webseite.

Das muss aber nicht unbedingt bedeuten, dass die Räume nicht barrierearm gestaltet sind.

Für Menschen, die einen Rollstuhl benutzen, gibt es bei vielen Räumen Hinweise in der Wheelmap. Es ist schwieriger herauszufinden, wie gut die Bedingungen/Gegebenheiten für Menschen mit Sehbehinderungen (Beleuchtung, mögliche Stolperfallen, Treppen, Schriftgröße, Kontraste etc.), Hörbehinderungen (Gebärdensprache, schriftliche Informationen) oder gar für Menschen mit psychischen oder anderen weniger sichtbaren Behinderungen sind (zum Beispiel dahingehend, wie vielen optischen, akustischen und anderen Reizen diese dort ausgesetzt sind).

  • Im Nordpol in Dortmund ist eine Toilette mit etwas Mühe mit einem Rollstuhl erreich- und benutzbar. Leider gibt es jedoch keine Handgriffe auf dem Weg dorthin und auf dem Klo. Auch die Bar kann vom Rollstuhl aus nicht überblickt werden. Dafür sind die Tische aber unterfahrbar.
  • Das Black Pigeon in Dortmund hat auf der Webseite keinen Hinweis auf Barrierefreiheit. Derzeit sind noch Arbeiten geplant, die die Barrierefreiheit verbessern sollen. Im Moment ist vorne eine kleine Schwelle. Die Toilette müsste mit Rollstuhl befahrbar sein.
  • Das Trotz allem in Witten hat auf der Webseite einen Hinweis, dass der Eingang nicht barrierefrei ist. Sehr gut ist dabei der Link zur Wheelmap. Außerdem sind viele Begriffe mit Links zur Wikipedia versehen, um die Verständlichkeit zu verbessern.

Veranstaltungen:

  • Mad Pride

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mad_Pride

Was muss man mitdenken für Barrierefreiheit bei Treffpunkten:

Baulich:

Anzahl Türen

Höhe Schwellen

Breite der Türen

Klos nur mit Stufen erreichbar?

Falls ja – welche Höhe, welche Anzahl?

Bei Stufen: Handlauf vorhanden?

Im Aufgang/Eingang: Wie viele Stufen?

Wie hoch sind diese?

Aufzug vorhanden?

Falls ja – welche Breite?

Bei Aufzug auch IMMER bewusst prüfen: Stufenlos erreichbar?

Bei „Nebeneingängen“/“Tricks“: Welche Steigung muss bewältigt werden?

Gibt es Stufen?

Wie wirkt die Räumlichkeit auf sensible Menschen? (Ist ein reizarmer Zugang möglich? Rückzugsmöglichkeiten?)

Veröffentlichungen:

Design etc.:

Falls Texte ausgegeben werden:

Gibt es sie auch in Großdruck? Kontrastreich? In leichter Sprache? In unterschiedlichen Sprachen?

Bei Transparent-Erstellung: Werden geplante Bilder beschrieben? Die Gestaltung für Nicht-/Schlechtsehende beschrieben und besprochen?

Material/Broschüren: gibt es sie auch in Großdruck/kontrastreich, oder aufgesprochen auf CD/im Netz?

Inhaltlich:

Sollen „Behinderte“ nur Teil der „eigenen/üblichen“ Aktionen und Demos sein oder auch als Individuen vorkommen? Welche Kämpfe sog. „Behinderter“ werden von der Struktur selbst wahrgenommen oder unterstützend mitgekämpft?

Wie kann ein Hineintragen der Kämpfe „Behinderter“ in linke Strukturen gelingen? Referierende einladen, Bücher lesen und besprechen, auf Veranstaltungen sog. „Behinderter“ gehen?

Auseinandersetzung mit eigener Bias: Sog. „Behinderte“ nur als Kümmer- und Pflege“fälle“ wahrnehmen, als Belastung, als Aufhalten, als „Minderleistende“?

(Danke an @catinchief für den Input)

Frauenkampftagskonkurrenzk(r)ampf?

Bei mir breitet sich ein zunehmendes Unwohlsein aus, was ich nicht so richtig zu packen bekomme.

Ein wenig bei Twitter gelesen. Neben dem üblichen antiemanzipatorischem Mist, der ja immer irgendwie auch da ist, nehme ich so viel Konkurrenz war. Zig Folgeempfehlungen (sicherlich alle berechtigt), aber auch so ein Kampf um Aufmerksamkeit, um Mitspielen im Kampf um gesehen und gehört werden. Ist das auch nur Mitspielen im Kapitalismus? Chefin werden statt der Chefs? Aber sonst bleibt alles beim Alten? Talkshows, Bücher, veröffentlichte Texte, Vorträge, Konferenzen und so weiter…

Wahrgenommen werden ist wichtig, um Forderungen durchsetzen zu können.

Aber woher dann meine komischen Gefühle? Neid? Ich fühle mich auch manchmal zu alt für den ganzen Scheiß. Und dann bin ich auch noch behindert. Manchmal will ich nicht mehr kämpfen. Und wenn doch dann eher für eine Welt ohne Chef*innen, ohne Konkurrenz, ohne Kapitalismus, ohne Herrschaft.