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„I‘ve been to the future. The good people won.“

Bericht von meiner Teilnahme am „Kreativ-Labor ‚Künstlerische Praxis aus behinderter Perspektive‘“

Vom 7.-10.5. fand in Remscheid in einem sehr hübsch gelegenen Tagungshaus ein Kreativ-Labor von Un-Label statt. Un-Label macht Kultur zugänglicher/barriereärmer, unterstützt Produktionen und Künstler*innen mit Behinderung und versucht dadurch, auch politisch eine nachhaltige Wirkung von mehr Sichtbarkeit von Künstler*innen mit Behinderungen zu schaffen. (Vision von Un-Label)

Im Leitungsteam und als Beratende sind Menschen mit Behinderungen (sichtbar und unsichtbar). Inwieweit das Unternehmen sich tatsächlich als „disabled-led“ versteht, ist für mich außenstehend schwer abzuschätzen. (Aber das ist sicher „Jammern auf hohem Niveau“ meinerseits. In Deutschland gibt es auch generell im Bereich von Kultur, Politik etc. kaum wirklich durch Menschen mit Behinderung geführte Unternehmen. Un-Label macht insofern schon viel richtig. Potential für mehr (also zB. eine kollektive, hierarchiearme Basis für Entscheidungen statt Leitungspositionen) gibt es ja nahezu überall.)

Ich war bei der Anmeldung sehr unsicher, ob ich da wohl hin passe. Ich tanze gerne (halt im Rahmen meiner Möglichkeiten körperlich), aber bin sehr weit davon entfernt, dass das in irgendeiner Form „professionell“ ist. Und die angekündigten Redner*innen/Lehrer*innen sind international bekannte „Größen“.

Aber Dr. Kate Marsh ist so eine großartige Lehrerin und ein sehr angenehmer Mensch ohne Scheu über eigene Verletzlichkeit etc. und Erfahrungen als Person mit Behinderung zu sprechen.

„No hierarchies.“ „Non-judgemental.“„Be here in whatever mood you are. If you are tired, be tired. If you are pissed, be pissed.“

Auch die Menschen, die den Theater-Workshop angeleitet haben (siehe auch weiter unten), habe ich als sehr nahbar, empathisch, offen empfunden. (Ich war geneigt, „inspirierend“ zu schreiben, aber irgendwie fühlt sich das für mich im Kontext mit Behinderungen immer etwas unangenehm an.)

Aber vielleicht ein wenig der Reihe nach:

Schon von der Veranstaltungsankündigung kann man mE. viel lernen. Un-Labels „Angebot orientiert (sich) an (den) 5 Ps von Kultur: Programm, Personal, Publikum, PR und Partner*innen“ und hier wird Barrierefreiheit oder Barrierearmut wirklich gelebt. Bei https://un-label.eu/kreativ-labor-2026/ findet sich unter „Barrierefreiheit“ einfach schon sehr selbstverständlich ganz viel:

Auszug zitiert:

  • „Ein Ruheraum ist vorhanden.
  • Assistenzhunde sind willkommen.
  • Bei Bedarf stellen wir folgende Assistenzen zur Verfügung, bitte unbedingt bei der Anmeldung den Bedarf angeben:  
    • Professionelle Simultanverdolmetschung Englische Lautsprache – Deutsche Lautsprache
    • Professionelle Simultanverdolmetschung Deutsche / Englische Lautsprache – Deutsche Gebärdensprache (DGS)
    • Peer to Peer Audiodeskription
    • Arbeitsassistenz Mobilitätsassistenz vor Ort
    • Shuttle Service zwischen Bahnhof und Akademie“

Das führte dazu, dass die Gruppe tatsächlich auch sehr divers war. (Taube, blinde, sehbehinderte Menschen aus unterschiedlichen Ländern und mit sehr unterschiedlichem Hintergrund. Menschen, die unterschiedliche Hilfsmittel verwenden zB. Rollstühle). Habe ich so bei Workshops oder Veranstaltungen in dieser Bandbreite bisher wirklich nur sehr selten erlebt.

Am ersten Tag haben wir dann mit einem direkt sehr guten Vortrag von Jo Verrent von Unlimited/UK begonnen, die seit sehr vielen Jahren in UK Künstler*innen unterstützen. Hervorheben möchte ich den Ansatz, zum Beispiel bei Geldgeber*innen danach zu fragen, wie viel ihrer finanziellen Mittel an behinderte Menschen gehen und wie das so zum Verhältnis von behinderten Menschen in der Gesamtbevölkerung passt. (Solche Daten sind in Deutschland etwas problembehaftet im historischen Kontext.)

Hier findet ihr auch für Arbeit in euren Gruppen super hilfreiche Tools für mehr Barrierearmut.

Am Freitag und Samstag gab es dann vier Workshop-Phasen in zwei Gruppen. Den Tanzworkshop bei Dr. Kate Marsh, an dem ich teilgenommen habe. Und den Theaterworkshop mit Laura Guthrie und Hana Pascal Keegan von GRAEAE (einer international bekannten von Menschen mit Behinderung 1980 gegründeten Theater-Company) https://en.wikipedia.org/wiki/Graeae_Theatre_Company

Was wir zum Beispiel im Tanzworkshop gemacht haben:

Warm-up: Eine halbe Stunde im Raum zusammen, aber jede*kann entscheiden, was sie*er gerade braucht: Im Sitzsack chillen, Tee trinken, dehnen, mit anderen Menschen in Kontakt gehen (verbal oder nonverbal), vor sich hintanzen zu der laufenden Musik, Notizen machen, auf dem Biddn rollen, you name it… etc.

  • Unseren Namen getanzt (das ist spannender, als uns Witze über Waldorfschulen glauben lassen)
  • Über unterschiedliche Begriffe improvisiert. Zum Beispiel „Hummus“ und „Federn“.
  • Aus kleinen, selbst entwickelten Solotänzen mit 4-10 Teilen/Bewegungsabläufen eine Mini-Choreografie zu zweit/dritt/in Gruppen entwickelt. („That looks like a family portrait with a patriarch in the middle.“ „Really nice dysfunctional.“)

Der parallel laufende Theater-Workshop hat unteranderem mit einer Szene aus „All of us“ von Francesca Martínez gearbeitet, bei der in der Szene zwei Freund*innen (Jess (behindert, Therapeutin) und Lottie (schwangere, lesbische BPoC) bringen ihre ihre Freundin Poppy ins Bett und helfen ihr beim Ausziehen und mit einer Windel nach einem Date von Poppy, weil dieser im Zuge von rigorosen Sparmaßnahmen die Assistenz für die Nacht gekürzt wurde).

Am Samstag Abend hat eine Gruppe dann zusammen die Aufzeichnung des National Theaters von „All of us“ geschaut. https://www.ntathome.com/all-of-us

(Ganz, ganz große Empfehlung von mir an dieser Stelle. Es kostet ein paar Euro für eine kündbares Monatsabo, aber das ist jeden Cent wert. Meine Empfehlung: Guckt das Theaterstück zusammen mit euren behinderten Freund*innen. Es gibt eine super Audio-Deskription und Untertitel. (English) (CN: Polizeigewalt, Suizid) Vermutlich werdet ihr weinen. Ich habe jedenfalls sehr viel geweint und war sehr berührt. Seid liebevoll und fürsorglich miteinander.)

Wir haben am letzten Tag in Gruppen einige Fragen diskutiert:

1. Was bedeutet Allyship für dich? Was brauchst du, und was kannst du anbieten?

2. Was nimmst du aus dieser Erfahrung mit, das deine künstlerischen Ambitionen beeinflussen oder prägen wird? Und was möchtest du zurücklassen?

3. Welche Bedingungen braucht es, damit Disability Leadership in unterschiedlichen kulturellen und politischen Kontexten funktionieren kann – oder nicht funktioniert?“

Politischer Aspekt (Ich war in der Gruppe zur 3. Frage):

Aus allen Vorträgen/Gesprächen etc. habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Community von behinderten Menschen in UK politischer, radikaler, untereinander besser vernetzter und damit deutlich machtvoller auftritt als in Deutschland. Wie ändern wir das hier angesichts drohender sozialer und finanzieller Kürzungen und Abwertungen, die mit unserer aktuellen Regierung nicht nur drohen, sondern in Teilen schon beschlossen sind?

Behindertenverbände/Interessenvertretungen/Menschen mit Behinderungen können viel bewirken, wenn wir uns nicht vereinzeln lassen. Wenn wir über den Tellerrand der eigenen Behinderungen hinausschauen, Verständnis und Raum für unterschiedliche Bedürfnisse entwickeln und uns solidarisch miteinander verbinden und zusammenkämpfen. (Allys willkommen.)

Und machen wir uns nichts vor: Von „disabled-led leadership“ (nicht unbedingt as in Führung, aber vor allem in Schlüssel-/Entscheidungspositionen) sind wir doch wirklich weit entfernt. In vielen, selbst linken/progressiven Gruppen und Institutionen kommen Menschen mit Behinderungen oftmals nicht mal wirklich vor.

(Was man daran ändern könnte und wie man diesbezüglich eine bessere Kultur entwickeln könnte, könnte schon einen weiteren Text füllen. Nur zwei Zitate mal dazu, welche die Problematik mE. gut anreißen: „Ich mache nur noch Sachen mit Menschen mit Behinderung.“ (Hat mir mal ein Mensch in einem anderen Kontext gesagt in einem Gespräch über Erfahrungen als Mensch mit Behinderung in Gruppen.)

„Access Intimacy würdigt die beziehungsbezogene und menschliche Dimension von Barrierefreiheit (…)
Barrierefreiheit wird dabei nicht mehr nur als Logistik betrachtet, sondern als etwas, das Beziehungen und das Verständnis fördert, dass Menschen mit Behinderungen Menschen sind und keine Belastung. Die Befreiung behinderter Menschen lässt sich nicht auf Logistik reduzieren.“
(Mia Mingus, 2017))

Auf persönlicher Ebene: Ich habe nie gerne vor größeren Gruppen gesprochen. (Als Lehrerin war das etwas Anderes, aber im Landtag war es immer mit Angst verbunden für mich.) In all den Jahren mit Sehbehinderung, Lebererkrankung, mit psychischen Problemen und Herausforderungen wurde das schlimmer und ich habe das vermieden, wo ich konnte. Und in dieser Veranstaltung am Wochenende war es das erste Mal seit gefühlt über 10 Jahren, dass ich bei einer Präsentation einer Gruppenarbeit keine Angst mehr hatte in ein Mikro vor einer großen Gruppe zu sprechen. Im Gegenteil: Es hat sich gut angefühlt.

Ich habe jede Minute dieses verlängerten Wochenendes geliebt. Wie fremde Menschen für einen kleinen Moment in der Zeit miteinander eine Atmosphäre und eine Zusammenarbeit geschaffen haben, die voller Authentizität, Verletzlichkeit, Kreativität und achtsamem Umgang geprägt war.

Ich bin so unglaublich dankbar für all die Begegnungen, Erfahrungen, Gefühle des Wochenendes. Und das spiegelt auch viel wider aus meinen letzten Texten/Überlegungen/meiner Entwicklung. Begegnungen, die offen, verletzlich, neugierig, empathisch sind. Verbindungen, die (manchmal auch nur für einen kurzen Moment) Tiefe haben, tun mir gut. Weg von Konkurrenz, Leistung, Performance, Fassade hin zu mehr Kooperation und intersektionalem Ally-Ship.

Und in einer ins Rechte kippenden Welt ist es auch politisch, solche Momente zu feiern. Gerade auch mit und unter Menschen mit Behinderungen.

Auf dem Weg zum Assistenzhund?

(Oder doch nicht?)

Das ist die Hündin, die ich mir seit über einem Jahr mit meinem Mitbewohner teile:

Sie ist ein Ca de Bestiar (ein mallorquinischer Schäferhund). Ob Mix oder reinrassig wissen wir nicht. (Der Vater hat sich vermutlich einfach unerkannt aus dem Staub gemacht.) Sie wurde uns vom Tierschutz vermittelt, da die Familie, die sie von Mallorca mitgebracht hatte, nicht genug Zeit für sie hatte.

Ursprünglich suchte ich einen Hund, welcher Assistenzhund für mich werden sollte. Jess ist dafür aufgrund ihrer Rasse aber wohl nur bedingt geeignet. Der Rasse sagt man Mut und Unabhängigkeit nach und einen starken Schutztrieb. Zumindest fehlt da schlicht der „will to please“, den zum Beispiel Labradöre haben. Sie mag aber rasseuntypisch erst einmal sehr überschwänglich alle fremden Menschen und Hunde. (Auch das kann natürlich recht anstrengend sein.) Als mich irgendwann letztes Jahr drei Typen auf dem Abendspaziergang dumm angequatscht haben, hat sie aber durchaus sehr beeindruckend geknurrt.

Aber wie auch immer sich das entwickelt: Wir waren nun zum ersten Mal ein paar Tage alleine (ohne meinen Mitbewohner) unterwegs und viel hat besser geklappt, als erwartet.

Das erste halbe Jahr war Jess viel krank. Giardien. Mehrfach. Eine Magen-Darm-Empfindlichkeit ist geblieben. Eine Augen-OP war nötig. Ich war oft auch wegen ihres ungestümen Wesens und der nicht unerheblichen Lust, zu jagen, mit den Nerven völlig fertig und hatte auch den Gedanken, den Hund wieder abzugeben. (Wir erinnern uns, als sie mich im Park mit Schleppleine einfach mal umgerissen hat, um Gänse zu jagen und ich laut fluchend und heulend durch den halben Park hinter ihr her musste (kein Tier wurde verletzt).) Ich bin sehr froh, dass mein Mitbewohner und ich uns das alles teilen. Alleine könnte ich das aus unterschiedlichen Gründen einfach nicht.

Auch neigen mallorquinische Schäferhunde wohl mehr als andere Rassen zu Reizüberflutung. Da muss ich allerdings sagen, dass durch Übung schon sehr viel möglich ist zumindest mit diesem Hund. Mittlerweile fährt sie (unter Protest, weil langweilig) U-Bahn/S-Bahn. (Keine Ahnung, ob Tiere und Menschen nicht aber auch generell Reizüberflutung eher nur dulden und nicht per se toll finden und wir uns nur alle irgendwie notgedrungen daran gewöhnt haben.)

Fernzüge hingegen sind richtig entspannt mit ihr. Da schläft sie vorwiegend. (Hamburg und Berlin Hauptbahnhof haben wir nun mittlerweile auch schon zusammen gesehen und überstanden.)

Diese kleine Reise hat uns ganz gut getan. Ich traue mir und dem Hund viel mehr zu. <3

Vielleicht schreibe ich ab und an mal über unsere weitere Entwicklung als Team. Hier geht es zu meinen Überlegungen zum Umgang mit Hunden. (Teaser: Ich hadere da auch mit Menschen aus der „linken“ Szene ob des möglicherweise autoritären Handelns gegenüber Hunden.)

Nachtrag: Mit dem Auszug des Mitbewohners ist auch der „kleine“ Hund weggezogen. Alleine habe ich mir das dann in letzter Konsequenz doch nicht zugetraut. Ihr geht es richtig gut, sie lebt direkt am Wald. (Und ich vermisse sie noch sehr oft.)

Geschlechtergerechte Sprache und Barrierefreiheit

Nach wie vor gibt es auch in sozialen Medien (zum Teil besonders von Konservativen sehr aggressiv geführte) Diskussionen, ob und wie man Sprache möglichst diskriminierungsarm gestalten könne.

Vorab muss man zunächst mal feststellen, dass auch ohne den Versuch von geschlechtergerechter Sprache „gegendert“ wird, nur eben halt männlich. Emanzipatorische Menschen sprechen daher mitunter auch von „entgendern“, wenn es um geschlechtergerechte Sprache geht.

Bei vielen beliebt ist das sogenannte Gendersternchen (wie in Lehrer*innen).

Hierbei wird verbesserte Sichtbarkeit von Frauen ebenso erzielt wie das Bedürfnis nach nicht-binären Bezeichnungen. Klingt doch erst einmal einleuchtend und gut. So einfach ist es dann aber auch wieder nicht:

Kritisiert wird dies auch von Menschen mit Autismus, für die teilweise aufgrund dessen das Lesen von Texten, in denen Gendersternchen verwendet werden, sehr mühsam ist. Sie empfinden einen solchen Text nicht als barrierefrei. Diese Einschätzung war mir bis vor kurzem so gar nicht bewusst, muss ich gestehen.

Im Diskussionen in sozialen Medien resultiert aus den nun unterschiedlichen oder sogar konträren Bedürfnissen unterschiedlicher Menschen nun mitunter das Gegeneinanderausspielen der Forderungen/Bedürfnissen von unterschiedlichen marginalisierten Gruppen. Wonach könnte nun abgewogen werden, wessen Bedürfnisse in welcher Form priorisiert werden? Oder welche Kompromissmöglichkeiten könnte es geben? (Zwischengedanke: Im Idealfall bin ich große Anhängerin von Konsensentscheidungen. Wie könnte hier ein Konsens aussehen?)

Als weiteres Argument bezüglich von fehlender Barrierefreiheit bei der Verwendung des Gendersternchens wird auch manchmal auf die Technik von Screenreadern/Vorlesefunktionen für Blinde und Sehbehinderte verwiesen. Diese Technik ist vom Hersteller/Betriebssystem etc. abhängig und insofern unterschiedlich in Bedien- und Einstellmöglichkeiten.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Apple mehr Einstellmöglichkeiten bietet, was Bedienhilfen angeht. So kann man Emojis/Sonderzeichen je nach Bedarf ignorieren oder mitlesen lassen.

Android ist diesbezüglich weniger flexibel. (Es hat durchaus Gründe, dass viele Menschen mit Behinderungen aufgrund der guten Ansätze zu Accessibility Apple-Geräte bevorzugen.)

Man könnte auf Varianten mit Doppelpunkt ausweichen (wie in Lehrer:innen). Viele Screenreader lesen hier eine kleine Pause.

Grundsätzlich sollte aber programmierbar sein, wie flexibel man Technik zum Vorlesen konfigurieren kann. (Die Chance, dass das Standard wird, steigt vermutlich auch mit Standardisierung unterschiedlicher Möglichkeiten geschlechtergerechter Sprache.)

Gegen den Doppelpunkt spricht allerdings, dass er auch eher auf binäre Ansätze verweist und nicht-binäre Menschen sich hiervon eben deshalb nicht repräsentiert sehen.

Auch der DBSV empfiehlt, wenn Kurzformen verwendet werden, das Sternchen.

Wie also kommt man nun weiter in dieser Angelegenheit mit unterschiedlichen Gruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen?

Als Kompromiss lassen sich vielfach neutrale Formen finden: Lehrende/Studierende etc. Leider funktioniert dies aber nicht immer und zB. nicht für alle benötigten Berufsbezeichnungen etc. Gibt es hier andere Ansätze, die nicht beim generischen Maskulinum stehenbleiben? (Ich persönlich stolpere lesend über Texte mit generischem Maskulinum, weil ich „mitgemeint“ nicht ausreichend finde und mir bei Texten, die ich selber schreibe, wichtig ist, alle Menschen gleichermaßen zu adressieren. Da sehe ich also keine Lösung, aber vielleicht habt ihr bessere Ideen?)

Grundsätzlich würde ich mir Solidarität wünschen oder zumindest kein unsolidarisches Verhalten/unsolidarische/antifeministische Äußerungen, selbst wenn man mit geschlechtergerechter Sprache Probleme beim Lesen hat.

Unterschiedliche Formen von Behinderungen/Bedürfnissen bei marginalisierten Menschen sollten eigentlich dazu führen, dass man versucht, die jeweilige Benachteiligung nicht gegeneinander auszuspielen, sondern vermehrt Verständnis füreinander lebt. Am Ende kommen wir nicht zu einer besseren Gesellschaft, wenn alle sich in ihre Kämpfe aufsplittern und auseinanderdividieren lassen. (Vielleicht eine Selbstverständlichkeit, aber Solidarität setzt für mich die grundsätzliche Bereitschaft voraus, Diskriminierung vermeiden zu wollen. Dazu gehört natürlich entsprechend das Ablehnen von Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und andere Formen von Diskriminierung.)