Archiv des Autors: Birgit Rydlewski

Frauenpolitik

Ich bin da so hineingeraten. Ist ja nicht unbedingt ein Thema, was bei den Piraten -zumindest in NRW- wirklich bearbeitet wird. Ich fühle mich da ziemlich alleine. Es wird also deshalb eher ein persönlicher Artikel. Es besteht zudem die Gefahr, dass ich diverse Themen vermische. Ich bitte, das zu entschuldigen. Es ist mehr mein Brainstorming zum Thema. Stream-of-consciousness. Kommentare zum weiteren Nachdenken ausdrücklich erwünscht. Und Hilfe. Und Unterstützung. Und Geduld. Und Flausch. Was immer ihr so anbieten könnt.

Ich ertappe mich durchaus dabei, wie ich mich darüber ärgere, dass das Thema Frauenpolitik mehrfach auf der Seite der Fraktion schlicht vergessen wird, sei es bei Ausschreibungen oder bei den Sprechern. Es gibt mir immer wieder das Gefühl, das sei ja nicht so wichtig.

Ich fühle mich zudem wirklich unsicher. Ich habe Berge von feministischer Literatur hier liegen und gerade mal angefangen, zu lesen. Wie viel Hintergrundwissen muss ich denn jetzt haben, um überhaupt eine fundierte Aussage machen zu können, bei der ich nicht gleich zerrissen werde?

Ich fürchte, ich habe viele Begriffe gar nicht so drauf, wie ich müsste.

Ich diskutiere an diversen Stellen und mir wird vermittelt, dass ich da etwas falsch mache. Zum Beispiel bei der Diskussion mit @riotmango über das Privileg von Heteros, in der Öffentlichkeit knutschen zu können, ohne dass man blöd angelabert/diskriminiert wird.

Ich gebe zu, in den meisten Jahren meines Lebens habe ich alle Privilegien, die ich habe, wirklich wenig hinterfragt. Erst einmal habe ich ja auch den gesellschaftlichen Normen entsprochen. Ich habe zu Beginn heterosexuelle mononormative Beziehungen geführt. Sogar über viele Jahre. (Bis ich ausgebrochen bin aus dem Muster, was ich selber als sehr schmerzhaft empfunden habe und mein damaliger Freund vermutlich noch mehr.) Vieles davon, weil ich es nicht besser wusste. Weil ich zwar ein Gefühl davon hatte, dass ich da nicht reinpasse, aber es hat Jahre gebraucht, bis ich zum Beispiel das Selbstbewusstsein hatte, offen polyamor zu leben. (Und rede mal über sowas in einer durchschnittlichen Schule im Münsterland.) Es gibt auch durchaus Gründe, warum homosexuelle Lehrer sowas nur sehr selten öffentlich machen oder warum manche Bekenntnisse zu sexuellen Präferenzen (nehmen wir mal was aus dem Bereich BDSM), weil sie eben nicht wirklich gesellschaftlich anerkannt sind, zu Diskriminierung oder gar Konsequenzen im Beruf führen können.

Ich fürchte, bei vielen Männern ist das noch gravierender, dass sie schlicht nicht nachdenken (wollen?) über die Vorteile, die ihnen ausschließlich aufgrund der Tatsache, dass sie als weißer, heterosexueller Mann geboren wurden, zukommen. Darüber zu schreiben, maße ich mir aber an dieser Stelle nicht an. Schließlich schreiben darüber viele Feministinnen wirklich so viel besser. Ich würde mir aber wünschen, dass mehr Männer wirklich mal ernsthaft darüber nachdenken und solche Gedanken nicht gleich als sinnfrei wegwischen. Ja. Das tut vielleicht weh.

Wann ist man eigentlich Feministin?

Ich mochte Feminismus früher nicht wirklich als Begriff. Ich habe mich nie mit Alice Schwarzer identifizieren können und die Emma ist mir suspekt gewesen. Ich habe mich darin nicht wiedergefunden. Ich möchte meine Art von Sexualität leben dürfen, ohne dass Feministinnen mir sagen, was man darf und was nicht. Ich habe Pornos geguckt und dabei Erregung empfunden. Sogar welche mit gefesselten Frauen. (Dass es bessere Pornos geben könnte, müssen wir aber hier nicht diskutieren.)

In einer Partei wie jetzt bei den Piraten sehe ich aber zunehmend die Notwendigkeit einer modernen Form von Feminismus. Während Männer meistens sachbezogen diskutieren (auch mal härter), hatte ich als Frau auch immer wieder den Eindruck, dass ich nicht mit Argumenten angegriffen wurde, sondern als Frau. Twittert mal von einer frauenpolitischen Veranstaltung. Da dauert es keine 10 Min. bis irgendein Idiot mit einer Bemerkung kommt, dass mich ja nur mal jemand richtig flachlegen müsse, um mir das auszutreiben.

Als Frau wird man nett aufgenommen bei den Piraten. Bis man eine Meinung vertritt, die von der Parteimeinung abweicht. Sei es damals im legendären Crew-KV-Streit. Oder heute, wenn man sich wegen Rassismus, Sexismus oder anderen strittigen Themen positioniert. Ich bin dadurch sicher etwas abgehärtet. Am Anfang haben mich Aussagen wie „Ich habe Dich nicht gewählt, damit Du den Mund aufmachst.“ wirklich getroffen.

Nein. Ich bin nicht immer stark. Auch ich kann nicht jeden Angriff in diesem Internet oder face-to-face einfach wegstecken. (Wobei sich das im Meatspace wirklich weniger Menschen trauen als in diesem Internetz.)

Schlimmer als diese Aussagen ist aber bei all diesen Themen die schweigende Mehrheit, die das mitbekommt, aber den Mund hält. Dann geht es eben nicht mehr um Einzelfälle, sondern um eine Mehrheit, die sich zurückhält, wenn es um Diskriminierung, Rassismus, Sexismus etc. geht. Das macht mir wirklich Sorgen in dieser Partei. Das Problem ist: Das geht nicht weg, wenn wir es ignorieren. Ich kann es nicht mehr hören und sehen, dass Menschen, die rassistische/sexistische/diskriminierende Aussagen machen, als Trolle verharmlost werden. Den Mund zu halten, hilft hier eben nicht. (Im Moment habe ich zudem (das rein subjektive) Gefühl, es werden eher wieder mehr. Nein. Es sind keine Einzelfälle. Auch die Behauptung, das wäre so, macht nichts besser.)

Vermutlich fühle ich mich irgendwie als Feministin. Weil ich es leid bin. Weil ich zumindest anfange, zu hinterfragen, was in unser Gesellschaft (und ja, auch in unserer Partei) alles falsch läuft. Und ich werde eure Hilfe brauchen, um wirklich etwas zu verändern.

Ich sehe es zudem als mein Privileg, dass ich mich mittlerweile zu meinen sexuellen Präferenzen bekennen kann und dass ich z.B. polyamor leben kann. In diesem Privileg steckt für mich auch eine Verpflichtung. Für die Anerkennung von unterschiedlichsten Lebensformen zu kämpfen, weil eben auch in Deutschland nicht alle Menschen aufgrund von Abhängigkeiten, die Möglichkeit haben, ihre Modelle offen zu leben und kommunizieren zu können, ohne diskriminiert zu werden. (Was mich weiterhin auch zu meinem zweiten Bereich bringt: Zur Bildungspolitik)

Und da haben wir das nächste Problem: Nehmen wir mal an, wir mit ähnlichen Zielen und Ideen wollen diese Themen in die Gesellschaft tragen und nicht nur in unserer Filterbubble diskutieren. Wie funktioniert das? Vermutlich nur mit viel Frustrationstoleranz. Mit viel Geduld. Mit unendlichen Diskussionen. Aber vor allem, indem wir einander den Rücken stärken. Hoffe ich….

Insofern verstehe ich den Ansatz von @Yetzt und @Sanczny (http://sanczny.wordpress.com/2012/07/24/kussen-verboten-kiss-kiss-bang-bang-oder-critical-hetness/) allerdings mit folgenden Anmerkungen:
Ich kann nachvollziehen, dass @Riotmango und auch die Verfasser des genannten Textes Solidarität erbitten für die Menschen, die eben nicht offen knutschen können, ohne Bemerkungen und Angriffen ausgesetzt zu sein. Wie ich oben schon schrieb, ist es sinnvoll, diese Privilegien von Heterosexuellen zumindest bewusst zu machen. Allerdings nehme ich an, dass das langfristige Ziel nicht nur Solidarität ist und eine Veränderung der Normen in der Gesellschaft wird m.E. nicht dadurch erreicht, dass wir solidarisch nicht mehr in der Öffentlichkeit küssen (weil die Menge der Menschen nicht relevant genug ist, die dabei mitmacht und damit die Erkenntnis in der Gesamtbevölkerung ausbleibt.) Ein Nichthandeln wird eben nicht wahrgenommen.

Statt ein wenig arrogant darüberzubügeln, werden wir mit den Menschen ins Gespräch kommen müssen, die diskriminieren und vielleicht deren Ängste, deren Bedürfnisse, deren fehlende Aufklärung aufgreifen müssen. Das kann sein, indem man offen Stellung bezieht. Das sollte sein, dass man bei Diskriminierung nicht schweigt, sondern einschreitet. Und ebenso sollte das Aktionen beinhalten, die langfristig etwas verändern, zum Beispiel Aufklärungskampagnen und Diskussionen in Schulen und Jugendzentren.

Letztendlich geht es allen Menschen darum, anerkannt und respektiert zu werden.

Was nützt das Flauschen in Gedanken?

Flausch. Fand ich eigentlich toll. Bis genau zu dem Moment, wo es mir dann mal einfach wirklich schlecht ging.

Es gab einen eigentlich nichtigen Anlass. Was Privates. Irgendwie war ich emotional überfordert. Passiert schon mal. Das sind die Reste der Borderline-Anteile, die ich ganz gut unter Kontrolle habe. Mit wenigen, weniger heftigen Ausschlägen als früher. Ganz weg sind die Abgründe aber nie. Das macht den Umgang mit mir manchmal schwierig. Vor allem für die, die mir wirklich nahe sind. Erst dann treten ja überhaupt Probleme auf.

Was daraus resultiert, ist aber der eigentliche Aufhänger. Ich habe Zweifel. Zweifel daran, ob „Flausch“ funktioniert. Zweifel an der Echtheit, der Ehrlichkeit von dahingerotztem Flausch. Sicher. Menschen meinen das durchaus gut. Sie schicken Flausch, um etwas besser zu machen. Das mag bei kleinen Krisen funktionieren. Wenn es aber ernst wird, hilft kein Flausch. Ehrlich gestanden habe ich das in der Situation sogar als zynisch empfunden. Ich hätte echt böse Kommentare schreiben können als Reply. Habe ich nicht. Stattdessen habe ich mich zurückgezogen. Leute entfolgt oder geblockt bei Twitter. (Bitte verzeiht mir. Vielleicht ist es nicht so, dass ich euch nicht mag, sondern, dass ich euch zu viel mag und ich nicht damit umgehe kann, dass ihr nicht mal gemerkt habt, wie es mir geht oder noch schlimmer: Dass ihr es ignoriert habt.) Nachgedacht über dieses Internet und die Kontakte, die man darüber hat. Über Oberflächlichkeit und was eigentlich wirkliche Freunde sind.

Ich sehe die Probleme bei mir. Wenn man Hilfe/Kommunikation will, muss man den Mund aufmachen. Geht aber nicht. Warum? Weil ich, wenn ich so furchtbar verletzlich bin, eben so viel Angst vor Zurückweisung habe, dass ich dann nicht bitten kann. Ich könnte nicht mehr verarbeiten, wenn mir dann jemand sagt, er habe keine Zeit oder keine Lust oder was auch immer (alles legitime Gründe).

Gut ist: Diese Phasen gehen wieder vorbei. Da ich das weiß, kann ich mehr oder minder entspannt darauf hoffen.
Schlecht ist: In solchen Phasen neige ich zu radikalem Handeln. In vielerlei Hinsicht kann das problematisch sein. Im günstigsten Fall lösche ich den Twitteraccount. Im Affekt. Und heule dann weiter. Die schlimmeren Möglichkeiten erspare ich euch an dieser Stelle.

Am Ende waren dann drei oder vier Freunde (übrigens sowohl aus dem Meatspace, als auch aus diesem Internet) wirklich da. Übers Netz, im Chat, am Telefon und hatten die Zeit, mit mir meine Gedanken zu sortieren (auch nachts), den Schmerz zu lindern, den Fall abzumildern. Vielleicht funktioniert die Peergroup also doch. Die Freundschaften, die diese Phasen überstehen, halten dann immerhin oft auch über viele Jahre. Egal, wo ich diese Menschen kennen gelernt habe. Kate Bush zitieren: „Please be kind to my mistakes.“ Danke!

Die Kleiderordnung

Ich muss schon wieder Hesse zitieren. Vermutlich hätte ich mich mit ihm gut verstanden…

„Jeder von uns muß für sich selber finden, was erlaubt und was verboten ist – ihm verboten. Man kann niemals etwas Verbotenes tun und kann ein großer Schuft dabei sein.“ (Hermann Hesse. Lektüre für Minuten. Suhrkamp. S. 78, ursprünglich aus Demian)

Übertragen also: Man kann einen Anzug tragen und ein Schuft dabei sein. Man kann einen Anzug tragen und schlechte Politik machen. Der Anzug ist für mich das Synonym für respektlosen Umgang mit Teilen der Bevölkerung. Historisch gesehen sind es selten Männer im Blaumann oder mit bunten Haaren gewesen, die fatale Entscheidungen getroffen haben, oder? Ist es es wirklich so, dass man Respekt (oder das Fehlen dessen) an der Kleidung ausmachen kann? Respekt wem gegenüber?

Einschub: Es geht um diese Diskussion: (via Spon) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/piraten-sorgen-mit-schlabberlook-fuer-beschwerden-im-parlament-a-839401.html

Und hier hat sich Daniel Düngel dazu geäußert: http://blog.duengel.com/2012/06/17/53-stunden-ohne-piraten/

Schule: Abschlussfeier. Ich habe mich durchaus auch schon mal über Schüler geärgert, die bei diesem doch so feierlichen Anlass mit Jogginghose und bedrucktem Schlabbershirt aufgelaufen sind. Da bin ich wohl auch schon sehr Teil des „Systems“. Vielleicht muss ich auch da jedem die Freiheit lassen, den Anlass nach seinen Werten zu beurteilen und entsprechend die Kleidung zu wählen. Cool wäre da eigentlich, wenn dieses Brechen der Normen nicht von den Hauptschülern käme. Da erwartet man das irgendwie. Sondern von den Einser-Abiturienten (die das allerdings natürlich nie tun würden).

Mitglieder anderer Parteien sagen mir ja gelegentlich unter der Hand, dass man von uns erwarte, dass wir die Regeln brechen, die Normen hinterfragen. In manchen Fällen klingt es wie eine Bitte. Im Moment passiert das aber gerade nicht. Gerade wir gehen da in vorauseilenden Gehorsam über. Alle Normen noch besser erfüllen, bloß nicht anecken, bloß nicht auffallen, bloß nicht provozieren. Ich höre abwertende Bemerkungen über Frau Milz. Aus unseren Reihen. Kann man sich gar nicht ausdenken. Wie ernst ist uns das mit dem Anerkennen von Individualität? Da ist also eine Dame aus der CDU mutiger als wir. Einfach mal sacken lassen.

Das Übernehmen der Regeln der Etablierten geht mir zu schnell. Dieser Anpassungs- teilweise Anbiederungsprozess geht schneller als das bei den Grünen je der Fall war. (Dabei behalten viele aber die große Klappe bei gegen die anderen Parteien.)
„Wir“ finden die Schuldenbremse toll. (An der Stelle könnte/müsste/sollte man auch vielleicht mal hinterfragen, ob Wirtschaftspolitik in der Form überhaupt funktioniert?) Ich finde, wir sollten fast ausnahmslos alles hinterfragen. Fundiert, aber auch mal mutig.

Piraten waren doch eigentlich nicht die, die möglichst schnell die Regeln der Obrigkeit übernehmen oder habe ich da was falsch verstanden?

Wir als Mandatsträger gehören zu den „Privilegierten“. Mehr als bei großen Teilen der Bevölkerung sehe ich uns in der Pflicht. Siehe das Beispiel mit der Schulfeier. Die Privilegierten müss(t)en die Regeln brechen, um etwas wirklich zu verändern.

Weiterführend hat Herr Martenstein passend dazu über den „Terror der Tugend“ bei Zeitonline geschrieben:

http://www.zeit.de/2012/24/DOS-Tugend

SSV – Sektchen und Schnittchenveranstaltungen

Hochglanzoutfits. Smalltalk. Schöne Menschen. Falschheit? Zumindest aber: Show. Oberflächlichkeit. (Bin ich da jetzt zu negativ?) Ich glaube, ich tauge für sowas nicht. Es ist ja gar nicht so, dass ich im Kostümchen oder Kleidchen mit Strümpfchen mit Naht und bravem Make-Up und braver Frisur nicht auch recht ordentlich aussehen kann. Es fühlt sich aber irgendwie merkwürdig an (und ehrlich gestanden hoffe ich, dass das so bleibt). Ich bin dann in Versuchung, den Anfang von Hesses „Steppenwolf“ zu zitieren. Irgendwas mit „Zufriedenheitsgott“ und Mittelmaß und der Sehnsucht nach Schmerz, nach dem Echten.

Vermutlich muss man da durch als „Profipolitiker“ (schon wieder das Gefühl von Würgen). Es ist ja durchaus toll organisiert. Auch letzte Woche bei der Preisverleihung beim LWL. Großartige Projekte, die geehrt wurden (das fand ich wirklich beeindruckend). Großartige Lokation (Erbdrostenhof, Münster). Fantastische Musiker. Leckere Schnittchen. Teurer Sekt.

Heute also Ähnliches: „Amtseinführung der Leitenden Oberstaatsanwältin und Würdigung ihrer Amtsvorgängerin“. Und jetzt kommt es ganz dick: Als MdL sitzt man dann erste oder zweite Reihe. Da kann man nicht mal in Ruhe und unbeobachtet twittern.
„Sie sind doch sicher von den Piraten.“ Mist. Am Gerät erkannt.

Ich schwanke also. Repräsentative Pflichten gehören schon auch dazu und ich sehe durchaus, dass Veranstaltungen zu Ehren von Menschen und deren Arbeit wichtig sind. Aber ich bin da Schmuck. Nicht als Mensch, sondern als Funktion.

Veränderungen kann man an der Stelle quasi gar nicht verhindern. Menschen begegnen einem auf einmal komplett anders. Man trifft auch auf Menschen, mit denen man sonst im Leben nichts zu tun haben würde. Und alle gehen anders mit einem um. Beispiel Bahnfahrt. „DIE FAHRKARTEN BITTE.“ Tonfall. Unfreundlich. Und jetzt zückt man diese Fahrkarte, die einen als Abgeordnete/n ausweist. Der Tonfall ändert sich sofort. (Wenn er nicht gleich in devote Unterwürfigkeit umschlägt, wird er zumindest deutlich freundlicher.)

Zurück zu unser heutigen Veranstaltung bei der Staatsanwaltschaft. Die Reden (aber erinnert mich bitte daran bei ähnlicher Gelegenheit nicht unbedingt Goethe zu zitieren) waren angenehm. Reden beendet man hier aber wohl noch mit „Glück auf“. Zumindest taten das manche Redner.

Am Ende der heutigen Veranstaltung habe ich ein paar Mitglieder des (wirklich großartigen) Chors kennen gelernt (und eine Einladung bekommen, dort mitzumachen.)

Einen Sekt getrunken. Auf nüchternen Magen. Schnittchen erspart, weil nicht vegan.