Die Schere im Kopf

Vorwort: Danke an die Freunde, die den Text vorab gelesen haben. Ich habe mich nicht mehr getraut, ihn einfach zu veröffentlichen. Da ist irgendetwas kaputt gegangen…

Mal wieder haben Tweets von mir für mediale Aufregung gesorgt. Davon war ein Tweet ein Zitat einer Aussage von jemandem. (In der Presse wird es direkt mir in den Mund gelegt.) Vorher hatte ich es in einem anderen Tweet gewagt -nach 14 Stunden Sitzung- auf Twitter in einem kommentierten Retweet (also der Aussage von jemand anderem) zu äußern, ich sei müde. „Langweile“ kam als Ausdruck nie vor.

Monika Pieper hat dazu schon Stellung bezogen: http://monika-pieper.de/2012/11/674/

Wichtig dabei auch der Kommentar der Fraktionskollegin Simone Brand, die verdeutlicht, dass durch meine „unbedachte Äußerung“ die großen Zeitungen jetzt nicht, wie ursprünglich geplant, über das Transparenzgesetz geschrieben haben, sondern lieber den angeblichen Skandal aufwärmten. An der Stelle ist halt irgendwie Schluss damit, dass man einfach schreiben darf, was man will. Oder? (Ich füge mal den Gedanken ein, dass mein Glaube an Zusagen der großen Zeitung mit vier Buchstaben eher gering ist.)
Im Ältestenrat des Landtages wird mein Twitterverhalten wohl auch noch thematisiert werden.

Was nun?

Es gibt jetzt diverse Alternativen (vermutlich mehr, als mir auf Anhieb gerade einfallen):

Die ganz Eiligen erwarten sofortigen Rücktritt von mir. Schließlich hätte ich der Arbeit der Fraktion geschadet und überhaupt wollen wir ja in diesen Bundestag.

Dann ist es natürlich möglich, dass ich jetzt weitgehend nichts Privates mehr schreibe. Schließlich sind wir in der Fraktion nun Politiker und da müssen wir uns an die Regeln halten. Das heißt im Klartext: Ich muss jeden Tweet darauf überprüfen, ob er noch den Normen entspricht, die an Politiker im allgemeinen so angelegt werden. Das klingt einfach, ist es aber in der Realität gar nicht. Ist ein Retweet noch ok oder wird das dann wieder mir in den Mund gelegt? Was genau entspricht den gesellschaftlichen Normen? Interessant dabei natürlich, dass viele Neufollower mir gerade aus Sensationsgier folgen. Viele springen auch schnell wieder ab, wenn es dann auf einmal um Bildungspolitik geht. Das Gefühl von Doppelmoral an diversen Stellen kommt durchaus auch mal auf.

Theoretisch wäre natürlich auch möglich, dass ich einfach weitermache wie bisher.

Ich weiß ehrlich gestanden nicht genau, wofür uns Menschen gewählt haben. Wofür wählen Protestwähler, wofür wählen uns Stammwähler, wofür wählen uns Menschen, die vorher nicht gewählt haben? Inhalte einzubringen in Parlamente, halte ich absolut für wichtig. Und. Überraschung: Das tun wir auch! Moni schreibt, dass man uns aber nur ernst nimmt, wenn wir die Regeln befolgen. (Mich gruselt es schon ein wenig, wenn im Parlament darüber Worte verloren werden, dass mein Fraktionskollege Hans-Jörg Rohwedder bei seiner Rede versehentlich vergessen hat, das Jackett anzuziehen. Aber auch das gehört halt zu diesen Regeln und der Sache mit der Würde des Hauses. Etwas traurig übrigens an der Stelle, dass gerade viele von den Grünen da geklatscht haben.)
Haben die Menschen uns denn wirklich dafür gewählt, möglichst schnell zu werden wie die anderen Politiker?

Gunter Dueck hat letztens zu mir gesagt, dass wir nicht gleichzeitig Inhalt und Form ändern könnten. Vielleicht hat er Recht.

Aber da bleibt ein wenig ein ungutes Gefühl…

Ich habe faktisch nichts Schlimmes getan. Ich habe niemanden betrogen, nicht gelogen, mich nicht bereichert etc. Es gibt Werte, die ich nicht verkaufen will…
Gehört dazu auch, sich nicht zu verbiegen?

(An der Stelle übrigens mein großer Respekt vor Frau Milz, die das irgendwie durchzieht in diesem Parlament….in der CDU.)

Man bekommt Burn-Out, wenn man seine Werte nicht leben kann….

Es bleiben viele Fragen für mich… (Vielleicht können wir ein paar davon beim Treffen der Spackeria diskutieren):

Wären die Äußerungen bei einem Mann ein Problem gewesen?

Welche Art Politiker wollen Bürger eigentlich? (Einer hat mir auf Twitter vorgeworfen, dass ich dort antworte…. Ich solle lieber arbeiten…. Gehört Kommunikation nicht auch zur Arbeit eines Politikers?)

Welche Vorstellungen haben Menschen von der Arbeit eines Politikers?

(Natürlich ist es einfacher, sich nicht gleichzeitig auch noch mit der Überwindung gesellschaftlicher Normen zu beschäftigen. Ecken, Kanten machen angreifbar. Offen twittern macht angreifbar. Muss man sich nicht unbedingt antun. Ist halt auch sehr anstrengend….aber wie sinnvoll ist es, jetzt anders zu twittern als vor der Wahl?)

Welche Rollenerwartungen werden an Politiker gestellt? (Und welche davon wollen wir auch wirklich erfüllen?)

Wie viel Macht haben Medien? (Und wie sehr lassen wir uns davon beeinflussen in unserem Handeln?)

Und etwas spezieller: Was wollen Wähler von den Piraten?

117 Gedanken zu „Die Schere im Kopf

    1. CMG

      Hallo Frau P., alle diese Fragen hätten Sie sich stellen müssen, bevor Sie anscheinend so unbedarft ins Parlament eingezogen sind.

      Was Sie unter „Kommunikation“ verstehen ist sicherlich nicht die Kommunikation, die die meisten Menschen meinen. Inhalte transportieren, nicht 140ZeichenMüll absondern, und twittern über Ihre Befindlichkeit hat bei der Arbeit (jawohl im Parlament wird gearbeitet) nichts zu suchen.

      Vielleicht legen Sie mal Ihr Smartphone für einen Tag beiseite, und machen ihren Kopf klar: Das hilft vielleicht..Wenn nicht, sind Sie eindeutig am falschen Platz.

  1. Marlies Kettler

    Sehr geehrte Frau Rydlewski,

    wir wollen endlich inhaltliche Arbeit von Ihnen. Hier auf Ihrer Website gibt es unter der Rubrik „Inhalte“ nur Verlinkungen zu recht alten Postings aus anderen Kontexten. WO IST IHRE POLITISCHE ARBEIT?

    Ich werde Sie nur wieder wählen, wenn Sie ERKENNBAR mehr Zeit auf die inhaltliche Arbeit verwenden als auf die Verteidigung Ihres Twitter-Verhaltens.

    M.a.W.: Ich werde Sie nicht wieder wählen.

    Mfg,

    eine Dortmunderin, die inzwischen nicht mehr an Sie glaubt

  2. Birgit Rydlewski Artikelautor

    Sehr geehrte Frau Kettler,

    ein wenig widersprüchlich ist Ihre Antwort schon….

    Was die Inhalte angeht: Die meisten meiner Blogposts haben mit inhaltlicher Arbeit aus dem Parlament zu tun. Sie sind nur auf der Seite hier anders einsortiert. Ich habe die Artikel allerdings nicht unter der Kategorie „Inhalt“ abgelegt. Vielleicht müssen wir da nochmal an die Gliederung der Homepage zur besseren Auffindbarkeit.

    Beste Grüße

    B. Rydlewski

  3. Birgit

    Ich denke, niemand von uns kann sich in eure Situation herein versetzen.Plötzzlich ist man „öffentlich“.
    Ihr schafft das, da bin ich sicher. Ihr müsst nur zusammen halten.

  4. Johannes Ponader

    Hi Rya,

    eine Gesellschaft, für die sexuelle Anspielungen oder offenes Reden über Sexualität immer noch Ausdruck von schlechtem Benehmen ist, muss dazulernen. Nicht du.

    Danke, dass du dich nicht verbiegen lässt. Hoffentlich. Sonst können wir das mit der Politik auch sein lassen.

    🙂

    Johannes

    1. Michaela Soerensen

      Wir können das mit der Politik dann sein lassen, wenn es für unsere gewählte Volksvertreterin unter „sich verbiegen“ fällt und „zuviel verlangt“ ist, vor der Befriedigung ihres Mitteilungstriebs ein paar Sekunden lang ihr Gehirn einzuschalten und die ganz einfachen Fragen zu beantworten

      „Kommt dieser Tweet schon wieder als angeblicher Skandal in die Bildzeitung und die Heuteshow wie letztes Mal und das Mal davor??“

      „Muss ich mich dann wieder tagelang mit diesem Scheiß beschäftigen muss statt etwas für die vielen armen tollen Schulkinder zu tun, von denen ich in meiner Bewerbungsrede auf dem Parteitag in Münster geredet habe?“

      „Wird das dazu führen, dass die Presse und die Piraten dann über diesen Unsinn reden und nicht über das Transparenzgesetz und den BLB-Untersuchungsausschuss und den Lehrermangel und die zu grossen Klassen und die GEMA und INDECT reden?“

      DSas sind ganz einfache Fragen da muss man nicht Albert Einstein sein um die Antworten zu kennen. Und dann kommt noch die Frage, die sich jede Mama morgens beim Aufstehen stellt, wenn sie müde ist und lieber liegen bleiben würde:

      „Ist mir das was ich will jetzt wirklich so wichtig das ich die Folgen in Kauf nehme?“

      Die Spielregeln sind ganz einfach. Das Spiel wird auf jeden Fall so oder so gespielt. Wir können uns nur entscheiden, Profi-Zocker zu werden und das Spiel für die Schulkinder und gegen die zu spielen die uns beim Spiel dauernd betrügen. Oder wir können uns auch weiter von denen betrügen zu lassen. Was wir nicht können ist die Spielregeln ändern oder das Spiel anhalten.
      Es ist eine Ehre, in dem Landtag zu sitzen und man kann da viel erreichen. Viel viel viel mehr als in BILD und heute show auf diese Weise auftauchen. Und dazu muss man sich nicht verbiegen. Aber dazu muss man sich anstrengen. Und dazu kann man nicht einfach immer machen was mannwill. Und es nutzt auch nichts, sich über die Bildzeitung aufzuregen.
      Michaela

  5. Marlies Kettler

    Liebe Frau Rydlewski,

    mich interessiert wirklich: 98 von 100 Leuten finden Ihre Twitterei für eine Landtagsabgeordnete und – noch viel mehr – für eine Lehrerin unangemessen. Und anstatt sich selbst zu hinterfragen, kommen immer wieder dieselben Argumente: Darf man nicht ehrlich sein? Dürfen Politiker keinen Sex haben? Wäre das Ganze auch ein Skandal, wenn ein Mann getwittert hätte usw. Kein einziges Mal: Waren meine Tweets vielleicht schlicht unangemessen? In der Heute-Show hat Oliver Welke schon alles über Ihre Tweets gesagt. Es wäre an der Zeit, einmal die ideologischen Ausflüchte zu beenden und sich an die POLITISCHE ARBEIT zu machen.

    Wirklich enttäuscht,

    M. Kettler

  6. @lotta_kaa

    Ach du liebes bisschen, nun haben wir den Salat.

    Liebe Birgit

    Lass dir nicht einreden, du dürftest das nicht twittern (ich kenne dein getwitter), meine Güte, schau mal was der Lauer den ganzen Tag in das Internet packt. Fang blos nicht da mit an, dir vorschreiben zu lassen was du twitterst, lass die Medien schreiben, was sie wollen (machen sie ja sowieso) und deine Fraktionskollegin soll sich mal um das wirklich Wichtige im Leben kümmern. Du bist nicht verantwortlich dafür, wenn sich die Boulevard-Presse auf deine re-Tweets stürzt.
    Diese Marlies Kettler hier scheint ein Troll zu sein, also, bitte nicht füttern 😉

    Liebe Grüsse

    @lotta_kaa

  7. Marlies Kettler

    Liebe Frau Rydlewski,

    das ist das Problem: Sie haben jeden Sinn dafür verloren, wie Ihr Verhalten von den Menschen wahrgenommen wird. Ihre Piraten pampern Sie nach Kräften und unterstützen Die, aber Sie verlieren den Kontakt zu dem berühmten „Mann auf der Straße“ und auch zu der „Frau auf der Straße“. Sie wollen etwas verändern? Gut. Dannn müssen Sie lernen, das innerhalb des Systems zu tun. Was bleibt bislang von Ihrer Arbeit in der öffentlichen Wahrnehmung? Ungefähr das: Hochbezahlte Politikerin, die über Sex twittert und sich im Landtag langweilt, anstatt ihre Arbeit zu machen. Ich sage nich, dass das zutrifft. Ich wage aber die Behauptung, dass das inzwischen Ihr Image ist. Nur Sie können daran etwas ändern. Durch POLITISCHE ARBEIT. bislang sind Sie noch auf kein einziges meiner Argumente eingegangen, sondern haben immer Unbedeutendes („Woher haebn Sie Ihre Zahlen?“) aufgegriffen. Es ist wirklich mühsam, wenn man mit dem Hauptargument gar nicht durchdringt…

    Ich gebe es auf.

    1. lainee42

      Frau Kettler,

      wer lesen kann, ist klar im Vorteil…

      Lesen Sie bitte erst die von Frau Rydlewski genannten Artikel zu ihrer inhaltlichen Arbeit, bevor Sie hier weiter uninformiert auftreten. Das wär echt töfte.

      Vielen Dank,
      eine Pirat-Bürgerin
      (47)

  8. Therese

    Hallo Rya,

    danke, dass Du uns an Deinen ambivalenten und reflektierend fragenden Gedanken teilhaben lässt., das ist mutig und für viele von uns auch ermutigend.

    Bleibe dabei Ideale zu haben und dennoch immer wieder Erdung zu suchen, Unsicherheit ist keine Schwäche, die Überheblichen verdecken durch ihre Arroganz lediglich ihre viel tiefer sitzenden Ängste..Hinterfrage weiter den Nutzen der systemischen Rituale, und wundere Dich weiter öffentlich, und ganz eindeutig, bleibe authentisch.

    Ich mag Politikerinnen mit denen ich mich identifizieren kann , weil die Mandatsträgerinnen repräsentieren ja im besten Falle die Wählerinnen, endlich ist dies stimmig.

    Wer hingegen erzählt , dass Politikerinnen völlig unreflektiert und automatisch zu funktionieren haben und nach Marathon Sitzungen im Landtag keine Spur von Erschöpfung spüren dürfen, jedenfalls niemals öffentlich, der ist mir viel eher suspekt.

    Lass die Boulevard Presse scheiben, es ist ihr Armutszeugnis und nicht das Deine.

    Danke Dir für Deine Courage…und mach so weiter

    Herzlichst Therese

  9. Marlies Kettler

    @lotta_kaa: Das gehört leider inzwischen auch zur Piraten-Diskussions-Kultur: Unliebsame Stimmen als Trolls zu diffamieren….

  10. Pingback: Über Fraktionszwang, Meinungsfreiheit und den Aufstieg in die Bundesliga … | Daniel Düngel @rwolupo

  11. Jörg Fischer

    Sie schreiben:
    „Wären die Äußerungen bei einem Mann ein Problem gewesen?“

    Ehrlich gemeinte Gegenfrage: Wenn Jürgen Trittin twittern würde, er dürfe ja nicht an Agnes Krumwiede lecken und diese einen Tweet später auffordern würde, sie könne an ihm lecken, wo sie wolle … was glauben Sie, wieviele Minuten es dauern würde, bis das auf BILDonline und SpOn Aufmacher wäre?

    Er wäre politisch tot, binnen eines Tages.

    Oder sehen Sie das anders?

  12. Marlies Kettler

    Das ist wirklich symptomatisch:

    @JoahnnesPonader, der selbst entscheidend dazu beigetragen hat. dass die Piraten Prozente um Prozente verlieren, unterstützt @_rya_ , die Ihren Beitrag leistet, alle Vorurteile über Piraten zu bestätigen. Verdammt noch mal: Ihr wollt was verändern! Dazu müsst Ihr gewählt werden! Lasst diese pubertäre Twitterei, mit der ihr euch um alle Chancen bringt….Hörst auf, das Boulevard zu füttern, bitte….

  13. Gast

    Es ist doch ganz einfach: Keine alte Sau interessiert sich dafür, von wem Sie sich diese Nacht mal wieder im Suff ohne auf Verhütung zu achten haben vögeln lassen. Twittern Sie so einen Scheiß halt einfach nicht und gut ist’s, da braucht’s keinen ellenlangen Rechtfertigungs Blogeintrag.

  14. Daniel Bohrer

    Also, ich habe dich zwar nicht gewählt (falsches Bundesland), aber wenn ich es getan hätte, hätte ich es genau wegen der ganzen Transparenzsache über Twitter getan. (BILD hin oder her, und überhaupt, wer liest schon BILD.)

  15. Sven Krumbeck

    Lieber bleiben wir uns selbst treu und bleiben wie wir sind. Sonst sind die Ziele die wir erreichen wollen auch nichts wert, wenn wir uns selbst verraten müssen um sie zu Erreichen.

    Der Zweck heiligt nicht die Mittel,

    Wenn wir für freie Meinungsäußerung kämpfen, dürfen wir nicht bei uns selbst damit Sparen. Sonst haben wir kein Recht das bei anderen zu fordern.

    Wenn wir Anfangen wie die anderen Parteien nur noch in Prozenten und Wählerstimmen zu denken denn haben wir kein Recht mehr zu Kritisieren.

      1. Dieter

        Man kann die Beiträge auch automatisch freischalten lassen, Spam wird automatisch gefiltert. Transparenz und Meinungsfreiheit und so. Oder müssen Kommentatoren sich verbeigen, damit sie hier ihre Meinung sagen dürfen?

  16. Phil

    Ich springe am liebsten nackt in einen See. Das gezierte Umkleiden hinterm Handtuch, die Furcht vor fremden Blicken, die wechselnde Bademoden … finde ich irgendwie spießig. Vielleicht sieht mich wer beim Nacktbaden aus der Ferne (soll er doch), ist auch vorgekommen, dass ich nachts mit anderen nackt in den See gesprungen bin (und andere aus der Gruppe wollten es nicht).

    Wenn ich aber im Schwimmbad bin, ziehe ich mir die alte Badehose an. Erfüllt nicht den Dress-Code, drückt aber Respekt aus.

    Den Kommentar mit dem Lecken, wo du willst, fand ich lustig und schlagfertig. Aber für einen Politiker im völlig falschen Medium. Im Schwimmbad ist es angebracht, Badesachen zu tragen und als Politiker twittert man eben manches nicht.

    Ich arbeite mit Menschengruppen zusammen, die ich für Dinge zu begeistern suche. Ich sage aber nicht ungefragt: „Hey Leute ich bin total müde!“ Wenn mich ein einzelner fragte, ob ich nicht müde sei, dann antwortete ich ihm ehrlich. Ob du müde bist, auf was du stehst und wie dein Befinden ist, geht doch 2000 Follower und Medien nichts an. Warum sollten sie es wissen?

    Phil

  17. Tehmillhouse

    Ich hab‘ natürlich keine Ahnung vom alltäglichen politischen Betrieb (wie eben die meisten die hier kommentieren werden), daher weiß ich nicht wie stark der Druck auf deine Person ist.

    Ich jedenfalls bin froh, dass du so offen bist wie du es bist, und würde mir wünschen, dass du dich nicht verbiegen lässt. Diese Tweets, die Offenheit, der direkte Blick auf die Menschen, die täglich ihre Zeit darin investieren, etwas zu verändern – das ist das was ich von euch sehen will. Dinge wie diese ominöse „Würde des Hauses“ und die Empörung über das kleinste Quäntchen an Menschlichkeit sind der Grund warum es die Piraten braucht.

    Grüße,
    Max

  18. Pingback: #wirsindrya | Sven Krumbeck Blog

  19. Manfred Schramm

    Lass‘ Dich nicht einschränken!
    Blieben Deine Tweets aus, fänden Missgünstige andere Anlässe, Ihrer Angst vor Ungewohntem Neuen Ausdruck zu geben.
    Politischen Erfolg durch Einschränkung und Anpassung zu erreichen, heisst in Politik 1.0 anzukommen.

    Liebe Grüsse, Manfred

  20. sabine martiny

    In diesem „Hohen Haus“ ist im Anzug und Kostüm gelogen und betrogen worden, man hat sich bestechen lassen und machte Politik für die Reichen und die Starken, man ließ die Kinder, die Alten, die Schwachen und die Flüchtlinge im Stich.
    In diesem Haus hat es auch anständige Politiker gegeben, aber alle haben sich angepasst an Äußerlichkeiten.
    In welchem Maß ihr euch anpassen wollt (nicht müsst!) sollt ihr im Interesse eurer und
    unserer gemeinsamen Ziele entscheiden. Lasst euch nicht verbiegen aber denkt auch
    daran, dass wir im Moment der Gründung der Piratenpartei bereit waren, Verantwortung
    zu übernehmen.
    Verantwortung für die Menschen, die keine Stimme haben!
    Es ist ein schwerer „Job“, den ihr habt, und ich weiß, dass ihr alle – auch du genau so Rya,
    hart arbeitet
    Ich bin sicher, ihr kriegt es gemeinsam hin.
    Alles Liebe, Samy

  21. Maik Müller

    Ich finde die Diskussion hier irgendwie seltsam. Ich folgte dir auf Twitter, dann eine zeitlang nicht, weil es mir zu viele Tweets waren und jetzt folge ich dir seit kurzem wieder. Früher: Ich persönlich hätte ein paar Sachen nicht getwittert, aber diese Tweets waren für mich authentisch und deswegen schätzte ich sie. Die „neue“ rya ist anders, zurückhaltender, vorsichtiger, was ich jetzt nachvollziehen kann, ich bekam die ganze Diskussion gerade jetzt erst mit. Da ich deine älteren Tweets kenne, habe ich jedoch eine ungefähre Vorstellung davon, worum es geht.

    In Köln sagt man „Jeder Jeck ist anders“ und das lebe ich auch. Ich mag authentische Menschen, die dazu stehen, was sie sind und tun. Du bist (oder warst) du und das ist gut so. Du twitterst, was du twitterst und auch das ist gut so.

    Ich bin ein Ex-Grüner, der bei der letzten Wahl orange wählte. Nächstes Mal wähle ich orange oder rot, grün wohl nicht, andere Farben kommen dezeit nicht vor. Inhaltlich würde mich bei den Piraten interessieren, wie sie zu digitalem Lernen #lrn21 stehen, da fehlen mir noch entsprechende Infos, das beobachte ich. Gerne hätte ich auch deine Meinung bzw. die der Piratn zum neuen HöHa Lehrplan in NRW gehört, da kam von dir und auch den Piratennichts mehr, aber auch das sehe ich jetzt in einem anderen Licht, vielleicht bist du auch hier vorsichiger geworden. Trotzdem: Hier wüsste ich gerne mehr, notfalls per DM, sowas gehört aber m.E. in die Öffentlichkeit und da wüsste ich eben gern, wie die Piraten bzw. du dazu stehen, da genau das der Grund ist, waum die Grünen für mich derzeit nicht wählbar sind.

    Kleidungstechnisch fände ich persönlich den Steve Jobs Look durchaus angemessen, ich finde nicht, dass man ein Parlament, durch einen Anzug besser repräsentiert, mit Hinblick auf die Bankenkrise könnte man ja auch mal ernsthaft über ein Anzugverbot nachdenken, damit man Volksvertreter und Geldvertreter auseinander halten kann.

    Mein Fazit: Rücktritt? Allein schon der Gedanke ist unsinn.

    Bleib wie du bist und lass dich nicht verbiegen. Deine Tweets waren für mich kein direkter Grund, die Piraten zu wählen, manches fand ich wie gesagt auch nicht so spannend bzw. toll, ABER das warst du und du standest für Authentizität und das schätzte ich und genau das fand ich wiederum an den Tweets gut. Oft dachte ich „würde ich nicht twittern“ oder „gewagt“. Aber sagt das jetzt über dich aus, dass das unangemessen war oder ehe über mich, dass ich zumindest teiweise ein angepasster Feiling bin. Ich tendiere zu letzterem und wünschte, ich hätte manchmal mehr Mut.

    Ich fand die Piraten genau deswegen gut, weil sie eben nicht angepasst waren. Vielleicht twittern Guttenberg und Wulff ( twittern die überhaupt?) korrekter, aber die will ich nicht haben. Wenn mir Tweets zu viel werden oder sie mich nerven sollten entfolge ich, das ist doch genau das schöne daran. Wer das nich tut, hat Twitter vielleicht noch nicht restlos verstanden. Von Frau Kettler wüsste ich gern den Twitternamen, damit ich beurteilen, was sie so twittert. Ich bin übrigens @apfelweiss.

  22. Manfred Wegener

    Ich weiß ehrlich gestanden nicht genau, wofür uns Menschen gewählt haben. Wofür wählen Protestwähler, wofür wählen uns Stammwähler, wofür wählen uns Menschen, die vorher nicht gewählt haben?

    Sorry, aber dieser politische Offenbarungseid ist wirklich unfassbar!

    Aber vielleicht kann ich, der sich seit Parteigründung zu euren Stammwählern gezählt hatte, hier kurz Abhilfe schaffen: Gewählt hatte ich euch wegen eurer Ablehnung des Überwachungsstaats, dem Eintreten für Bürgerrechte, eurer Betonung der individuellen Freiheit sowie einer Reform des Urheberrechts. Mit meiner Stimme für euch zur Bundestagswahl 2009 war ich überglücklich.

    Und dann ging es los: Die Scheiße mit der Spackeria (ja, ich weiß, wessen Blog das ist), dieser unsägliche Berlin-Wahlkampf, wo man nur noch von diesem inhaltsleeren Meta-Politikziel „Transparenz“ gehört hat, die Bewegung hin zur Linkspartei 2.0 mit BGE und Sandalen-Ponader, der Urheberrechtsverrat von Julia Schramm usw. Jetzt sitzen Leute wie Spackeria-Tarzun im Bundesvorstand und ich sehe als Stammwähler nichts mehr von euren ursprünglichen Kernthemen.

    Jetzt kommt die Preisfrage: Warum sollte ich euch also nochmal wählen? Du kannst die Protestwähler teilweise verlieren, du kannst bei den Wechselwählern mal mehr, mal weniger Glück haben, aber wenn nicht einmal mehr eure Kernwähler wissen, warum eigentlich Piraten? Dann läuft was grundsätzliches verkehrt…

    Aber ich bin ja nur eine Person und meine Einzelmeinung als ehemaliger Stammwähler ist statistisch nicht relevant. Insofern 🙂 🙂 🙂

  23. Maik Müller

    Hätte nicht per iPad schreiben sollen, jetzt sind viele Rechtschreibfehler drin, sorry, iPad eignet sich nicht für längere Texte. Falls jetzt ein Aufschrei à la @apfelweiss ist Lehrer und Legastheniker kommt, es liegt am iPad. Wer das unter den Lesern nicht kennen sollte, das ist sowas wie eine kleine schwarze Schiefertafel, die man aber ohne Kreide benutzt.

  24. Sebastian

    Es ist interessant, wie Sie und Ihre Parteikollegen sich, wenn Ihre Twitterei kritisiert wird, auf Allgemeinplätze wie die Vermutung, ein Mann hätte das gedurft oder die Gesellschaft müsse dazu lernen, um mit Ihren pubertär und unausgegoren wirkenden Tweets umgehen zu können. Sie sind Politiker. Sie sind vom Volk, dem Souverän, gewählte Vertreter. Wenn der Souverän, den Sie vertreten, mehrheitlich ein Problem damit hat, WIE Sie ihn vertreten, wie angebracht ist es dann, am Verstand des Souveräns zu zweifeln?

    Die Piratenpartei ist mit knapp 8 Prozent der Wählerstimmen im Mai in den Landtag NRWs eingezogen. Das bedeutet, dass sich damals knapp 8 Prozent des Souveräns mit der Piratenpartei und ihren Ideen von Freiheit und Technikverliebtheit identifizierten. Es bedeutet aber auch, dass sich 92% des Souveräns eben NICHT mit den Ideen der Piratenpartei von Politik und Co identifizierten. Es wundert mich sehr, dass die Piratenpartei, die qua factum eine Minderheitenpartei darstellt, nun so überrascht davon ist, dass ein Großteil der Menschen im Land eben keine persönlichen Tweets über Sex, Komdome, Vielmännerei und Co von Politikern lesen möchten. Liebe Piraten, 92% des Wahlvolkes stand schon damals NICHT hinter Ihnen und jetzt wundern Sie sich, dass so viele Menschen Ihr Auftreten und Ihre Twiterei ebenso nicht gut finden?

    Schaut man sich die Umfragewerte der Piratenpartei an, stellt man fest, dass immer geringere Prozentzahlen erreicht werden. Aus meiner Sicht lässt dieser Umstand folgenden Rüchschluss zu: Selbst die, die vor wenigen Monaten noch an die erneuerische Kraft der Piraten glaubten, ziehen sich offensichtlich zurück, distanzieren sich. Inzwischen sind es 95, 96 oder noch mehr Prozent der Wählerschaft, die sich von den Piraten NICHT (mehr) repräsentiert fühlen.

    Welchen Schluss ziehen Sie (Frau Rydlewski, aber auch Herr Ponader) als Volksvertreter daraus? Ist das Volk „dümmer“ geworden, weil es dann scheinbar doch irgendwie noch nicht bereit ist für die grenzenlos offene, schöne neue Welt, die Sie und Ihre Parteikollegen (interessanterweise ja aber auch nur zum Teil – nicht alle Piraten laufen derart offenherzig durchs Web) zu repräsentieren scheinen?

    Oder könnte es nicht vielleicht doch sein, dass der Souverän, der Sie gewählt hat und de facto ja auch dafür bezahlt, was Sie so tun, sich das SO dann doch nicht vorgestellt hat mit dieser neuen Partei? Wenn die Wähler mit den Füßen abstimmen, ist dann wirklich der Wähler Schuld und alles gut so, wie man es bisher gemacht hat?

    Fragt ein Lehrerkollege, der Sie und Ihre Partei nach langem Überlegen NICHT gewählt hat und sich nun seit Wochen darin bestätigt fühlt, statt zu zweifeln, ob man damals nicht DOCH die Piraten hätte wählen müssen.

  25. Nadja Reigl

    Ach, Birgit, lasse doch reden!

    Mal ehrlich: Die Leute WOLLEN sich doch einfach aufregen!

    Auf der einen Seite wird immer gemotzt, dass Politiker immer wirken, als wären sie gar keine „echten Menschen“. Also haben sie auch nichts menschliches zu tun.

    Und außerdem haben sie eine lauen Job, bekommen dafür viel zu viel Geld, sind aber Sitzungen aber ja eh nie anwesend. Basta!

    Das kann doch nicht sein, dass Du einfach anwesend bist und das auch noch echt anstrengend ist! Damit machst Du doch alles kaputt – da MUSS man sich doch was anderes suchen, um sich darüber aufzuregen!

    Ich persönlich ziehe es ja vor, dass Politiker auch Menschen sind. Die machen mal Fehler oder es läuft mal was doof – aber sie reagieren dann entsprechend (und gehen z.B. zum Arzt). Ich sehe ganz gerne, dass ihr Job nicht einfach ist und auch anstrengend – aber sie machen ihn trotzdem und geben ihr bestes.

    Politiker sollten Menschen sein! Wird nicht sonst immer bemängelt, wie weit weg sie vom „normalen“ Leben und Bürger sind? Dass das gar nicht zutrifft, zeigst Du für mein Empfinden ganz vortrefflich! Und ich bin überzeugt, gerade jüngere Menschen wissen das zu schätzen.

    Ich möchte niemanden wählen, der auf gestellten Wahlplakaten so tut, als sei er ganz nah am Bürger. Ich wähle lieber jemanden, der zumindest manchmal die gleichen Probleme hat wie ich – und damit vorbildlich umgeht.

    Ich wähle lieber jemanden, der was im Kopf hat und was sinnvolles sagt, als jemanden, der ein tolles Jackett trägt!

    Ich fände es schön, wenn Politiker nicht mehr einer anderen Gattung angehören würden, die ganz klar ein Feindbild ist, sondern wenn sie Menschen wären, die Menschen bleiben. Menschen, die ihr bestes tun, um gute Rahmenbedingungen für unser aller Leben zu gestalten.

    Ich kann daher kein Fehlverhalten bei Dir entdecken…

    Nadja

  26. Bernd Fachinger

    Liebe Birgit,

    im hessischen LV muss ich mich verteidigen, weil ich deine hochgeschätzte und einzig richtige offene Art gegen selbsternannte Anti-Sexismus-Kampfbrigaden ins Feld führe… und jetzt sagst du, du überlegst, sie einzustellen?

    Nicht wirklich, oder? Bleib bloß, wie du bist!

  27. David Grade

    Hallo Birgit,

    du kannst nicht nur theoretisch weitermachen wie bisher sondern auch praktisch. Solltest du dich dafür entscheiden, freue ich mich. Denn ich finde es wirklich spannend was du in anderen (Vorsitzenden, Kollegen, Medien, usw.) hervorrufst. Die negativen Reaktionen zeigen mir oft in wie intoleranten, unflexiblen Gedankenstrukturen viele (manchmal auch ich) leben und regen dazu an Stellung zu beziehen. Die positiven zeigen mir wie schön die Welt ist.
    Ich halte die Art und Weise wie du bist und wie du es nach außen zeigst für einen wichtigen Teil deiner politischen Arbeit. Denn das regt dazu an über das Wie nachzudenken und es hoffentlich toleranter, flexibler und offener zu gestalten.

    Vielen Dank dafür, dass du viele deiner Werte nicht nur inhaltlich sondern auch praktisch vertrittst.

  28. Jan

    Nicht verbiegen lassen! Immer daran denken: Die schweigende Mehrheit steht hinter dir. Wer fordert das wir uns verbiegen (aka „Professionalisieren“) ist nicht unsere „Zielgruppe“. 😉
    Denn genau darum geht es doch bei den Piraten: Sich in der Politik einzubringen können ohne sich verbiegen zu müssen.
    Also bitte: Durchhalten, nicht verbiegen lassen! Ich stehe hinter dir! 🙂

  29. Lisanne

    Eine weitere Option: mal das Selbstmitleid abstellen, einfach weiter twittern wie bisher, aber auch hin und wieder konstruktive Inhalte über Deine arbeit einstreuen. Vor der Wahl passierte das regelmäßig. Seitdem max. sporadisch. Ja – du warst einmal in dieser Mädcheneinrichtung und ihr habt ein Wahlkreisbüro eingerichtet. Das ist alles, was aus politischer Arbeit hängen geblieben ist. Ansonsten viel #Mimimi und bei Fraktionsabstimmungen meistens Enthaltungen.
    Mir wären die neg. Reaktionen über deine Privattwitterei herzlich egal, wenn Du Dich ansonsten fachlich hervorgetan hättest. Aber da ist seid der Wahl leider nur Stille. Und wenn ich das als interessierte Piratin so wahrnehme, wird das bei der Presse nicht anders sein.

    Ich weiß nicht, ob du viel arbeitest. Aber woher auch?!? Welche Fragen treiben Dich pol. aktuell um? Was willst Du erreichen? Wie? Tip: Schreib auch mal darüber – dass macht dich dann nämlich tatsächlich zu dem, wie du dich wahrscheinlich selber siehst: Einer MENSCHLICHEN Politikerin;)

    Alles Liebe!

  30. Katja Söllner

    Liebe Birgit,

    du hilftst – wie es Johannes schon getwittert hat – mit Deinen Tweets anderen Menschen, ein selbstbestimmteres Leben zu führen und die vielen Scheren im Kopf vergessen zu machen. Dank, danke, danke dafür! ALLE Politiker sollten sein wie Du: Ehrlich, nicht verlogen, sich nicht verbiegend, transparent, offen für Kritik. Ich hätte Dich gerne als Lehrerin gehabt: Was kann man – jenseits fachlicher Inhalt – alles von einer Persönlichkeit wir Dir lernen: Dass man auch offen und ehrlich sein kann, wenn man ein politisches Amt ausübt, dass man sich als Frau von alten Männern nicht das Twittern verbieten lassen darf und so viel mehr. Ich finde es gar nicht schlimm, dass Du inhaltlich bislang als Abgeordnete wenig in Erscheinung getreten bist. Ich finde es auch nicht schlimm, dass Du die Sex-Piratin bist, über die man sonst nichts weiß, wenn man Dich als Mensch nicht kennt. Lass die verlogene Presse doch schreiben, was sie will! Du hast noch so viel Zeit, in deinem Amt zu reifen und wirst sicher auch bald Inhalte präsentieren, nicht nur negative Schlagzeilen. Wobei ich – wie gesagt – das Ganze nicht als negativ, sondern als unglaublich bereichernd empfunden habe. Bitte, liebe Birgit, lass dich von den antifeministischen, verklemmten und konservativen Machos nicht verbiege!

    Ich bewundere Dich!

  31. c

    Kennt noch jemand http://www.rosavonpraunheim.de ? Hat den Schwulen letztendlich erheblich geholfen geselllschaftlich voranzukommen. Ist als Märtyrer geendet. Ist das Dein Ziel, OK. Glaub ich aber nicht. Du bist Lehrerin, ergo ist Deine Kernkompetenz Bildungspolitik. Knie Dich da rein. Überzeuge. Dann, anschließend kannst Du über sexuelle Themen streiten, wenn es Dir so wichtig ist. In umgekehrter Reihenfolge wirkt es aber leider eher pathologisch.

    Gruß,

    calushy.

  32. ps

    der artikel hat mich irgendwie sehr traurig gemacht. dann hab ich die ersten kommentare gelesen, es wurde nur schlimmer. :/
    einfach beantwortet würde ich sagen, schreiben sie das, wonach ihnen ist. und wenn sie nach 14h müde sind, dann sind sie das.
    aber natürlich ist es nicht so einfach. die schere ist längst da. und vermutlich gibt es sogar punkte an denen man sagen muss „jetzt spielt die form mal kurz eine wichtigere rolle, weil wir so ein thema besser durchbekommen“ oder so. das ist dann wohl auch dieses, dass man zu einem bewerbungsgespräch „ordentlicher“ hingeht als sonst. aber ist das überhaupt richtig? und viel wichtiger, wäre derartiges verhalten täglich überhaupt machbar?

    ich wünsche ihnen viel kraft und passen sie auf sich sehr auf. ich möchte nicht, dass von ihnen noch mehr kaputt geht. außerdem schätze ich ihre arbeit.
    liebe grüße.

  33. Phil

    Erzähle uns doch bitte einmal, was du im Parlament und außerhalb des Parlamentes als Politikerin machst. Die Fraktionsseite verlinkt zu einer fast leeren Seite von dir und auch hier finde ich kaum was:
    1 x eine Schulveranstaltung besucht
    1 x im Ausschuss gegen eine Prüfungsordnung gestimmt
    1 x erklärt, warum du mit der Regierungs gestimmt hast.
    Dann warst du bei der open mind (wie andere Piraten ganz privat auch).

    Mehr finde ich nicht. Du wirst doch mehr gemacht haben. Ich erwarte keine ellenlangen Berichte, aber etwas Rechenschaft darf kann ich von einem Politiker einfordern. Wenn ich auf die Seiten von Kollegen anderer Parteien gucke, so finde ich die schneller und finde dort mehr und aussagekräftiges.

    Phil

    1. Katja Söllner

      Auf diese Fragen braucht Birgit bestimmt nicht zu antworten, weil das nämlich unter Ihrer Würde ist! Dass Sie als Mann solche Fragen stellen, disqualifiziert Sie von vornherein. Birgit besucht Educamps! Sie besucht Schulen! Und Sie lässt uns an Ihrem Leben in vollkommener Offenheit teilhaben! Und was machen Sie? Sie besudeln das Werk unserer Landtwagsabgeordneten. Pfui.

    2. Phil

      Liebe Katja,
      ich bin mir ja ganz sicher, das Birgit sehr viel mehr tut, als die wenigen Sachen die auf ihrem Blog stehen. Meine Forderung ist nicht arbeite mehr, sondern mach übersichtlich leicht auffindbar und verständlich, an was du arbeitest.
      Mag ja sein, das Rya ein ganzes „Werk“ (einer Landtagsabgeordtnen) vollbracht hat, aber ihre Arbeit ist nicht erkennbar.
      Ich will an keinem Leben irgendeines Politikers in vollkommener Offenheit teilhaben. Dazu fehlen mir Zeit und Interesse und zudem bin ich nicht so distanzlos. Mich interessiert die politische Arbeit und darüber erfährt man am besten etwas aus unabhängigen Medien und auf der Seite eines Abgeordneten, hier aber kaum etwas.

      Phil

      PS
      Mein Fußpilz juckt, aber ich habe meine Gesundheitskarte vergessen, habe Ärger mit meinem Vermieter bekommen, weil Treppenhaus nicht gewischt, total süßen Menschen kennengelernt und zum Abschied geküsst —> völlige (fiktionale) Offenheit, passt hier aber nicht hin.

  34. Ute

    Sagen wir mal so: Die Timeline ist de facto dein Arbeitgeber. Zumindest der Teil, der in NRW lebt. Die wenigsten von uns würden ihren Job behalten, wenn sie in einer Konferenz mal eben dem Vertragspartner oder dem Chef unter die Nase reiben, dass sie keinen Nerv mehr haben weiterzumachen. Ich kann noch so müde sein – Mimimi gegenüber Kunde oder Chef ist absolut tabu. Völlig wurscht, ob Männlein oder Weiblein. (Es geht mir übrigens echt langsam auf den Senkel, dass unterschwellig an so vielen Stellen mal eben fix Sexismus unterstellt wird, um das eigene Verhalten nicht hinterfragen zu müssen.)

    Was den Rest angeht: Würdest du von Frau Merkel oder @regsprecher lesen wollen, wer an ihnen lecken darf? ^^ Bei aller Offenheit, aber man muss nun wirklich nicht jederzeit alles in die Gegend posaunen. Ein bisschen Schere im Kopf ist gar nicht so verkehrt.

    1. Birgit Rydlewski Artikelautor

      Die Timeline ist mein Arbeitgeber?

      Und: Es wäre schön, wenn Sie bei der Wahrheit bleiben. Nirgendwo stand, dass ich keine Lust mehr habe.

      Weiterhin darf niemand mal so an mir lecken. Darum ging es auch nicht. Insofern wäre es vielleicht sinnvoll, wenn Sie nicht so völlig vom Kontext weg argumentieren würden.

      1. Ute

        1. Ja, die Timeline als Ansammlung von Bürgern ist dein Arbeitgeber. Oder wer zahlt deine Diäten im Landtag? Spenden von der Industrie werden es wohl nicht sein, hoffe ich.

        2. Völlig vom Kontext weg – schon klar… Es ging doch ums Lecken, oder? Und es ging auch darum, dass du mit deinem Müdigkeitstweet Unlust rübergebracht hast. Da muss ja nun kein wörtliches Zitat her, um zu verdeutlichen, dass beide Themen an sich einfach unangemessen waren. Aber statt darauf einzugehen, versteckst du dich hinter Haarspaltereien… Hat oben ja schon mal jemand angemerkt.

        3. Ach ja: Auf Twitter habe ich dich bei der Bildungspolitikdebatte entfolgt, weil mir klar wurde, dass mir deine Vorstellungen zu illusorisch sind, als dass ich mich weiter damit befassen möchte. Aus Sensationsgier bin ich dir garantiert nicht gefolgt. Mir wäre nie in den Sinn gekommen, Sensationen zu erwarten. So spektakulär ist ein Mandat im Landtag nun auch wieder nicht.

  35. Dieter

    Mein Gott. Es geht hier nicht darum, was bei einem Mann durchgegangen wäre. Auch nicht darum, keine „Ecken und Kanten“ zu zeigen, oder gar die „Meinungsfreiheit“ einzuschränken. Es geht lediglich darum, mal 5 Sekunden vor dem Twittern sein Gehirn einzuschalten.

    Du wolltest enorme Verantwortung als Landtagsabgeordnete. Du hast sie bekommen. Aktuell zeigst Du aber, dass Du weder mit der Veranwortung umgehen kannst, noch willst. Dir ist das zu viel Arbeit? Du hast keine Lust für Inhalte zu kämpfen, also zu arbeiten? Gut. Dann ist die Politik nicht das richtige für Dich. Tschüss.

    Was ich mich aber ernsthaft Frage: Hast Du wirklich keinerlei Verantwortungsbewusstsein? Wie willst Du je wieder deinen Schülern gegenübertreten? Du trittst die Dir übergebene Verantwortung mit Füßen, weil Du die Arbeit der Fraktion konterkarierst, die Inhalte der Piraten beschädigt und scheinbar lieber damit beschäftigt bist, Typen im Wodka-Rausch aufzureißen als wirklich etwas zu verändern.

    Danke für nichts.

  36. yp142

    wieso blockst du eigentlich so schnell u so viele leute auf twitter, wenn du für freie rede, freies twittern bist? find ich dann doch sehr widersprüchlich

    1. Birgit Rydlewski Artikelautor

      Das sehe ich nicht als widersprüchlich an. Das ist meine Timeline, also kann ich daran meine Filter anlegen. Das bedeutet: Jeder darf natürlich sagen/schreiben, was er oder sie will, aber ich muss nicht alles lesen. Auch muss niemand das lesen, was ich schreibe. Das ist das, was die Menschen im Netz als Filtersouveränität bezeichnen.

      1. Katja Söllner

        Wer Filtersouveränität predigt, darf nicht blocken. Das nimmt nämlich dem Geblockten seine Filtersouveränität. Diesen Widerspruch sehen nur die wenigsten Post-Privacy-Spackos.

        In Wahrheit konstruierst Du Dir durch das, was Du als falsch verstandene Filtersouveränität praktizierst, eine Filter-Blase, in der Dir Deine Sympathisanten Honig um den Mund schmieren.

  37. Matthias

    Liebe Frau Rydlewski,

    ich entdeckte Sie erst kürzlich, als das erste mediale Gewitter auf sie niederprasselte, und schon damals frug ich mich: Was soll das? Warum regt man sich hier so auf?

    So geht es mir auch diesmal. Wer von denen, die hier groß tönen, war den schon mal aktiv politisch tätig? Jeder, der jemals das Feld der Politik nicht nur von der Ferne gesehen hat, kennt diese endlosen qualvoll-ermüdenden Sitzungen. Warum sollte man das nicht aussprechen dürfen? Es ist kein Makel und kein Zeichen eines mangelnden Politikverständnisses, wenn nach 14 Stunden Sitzungsmarathon die Begeisterung nachläßt. Statt die Botin zu beschimpfen sollte der Sinn solcher Veranstaltungen überprüft werden, bei denen inhaltlich eh der größte Teil der Anwesenden schon längst abgeschaltet hat.

    Bei der letzten Wahl habe ich die Piraten gewählt. Ausschlaggebend waren dabei für mich die Inhalte der Partei.

    Eine Person wie Sie, könnte mich dazu bewegen erneut die Piraten zu wählen und zwar aufgrund Ihrer gelebten Offenheit und Authentizität.

    Menschen, die aufrichtig und offen durchs Leben gehen sind kein Schaden für unsere politische Kultur. Wenn ich MainstreampolitikerInnen will, dann kann ich auch gleich eine der anderen Parteien wählen.

    Also machen Sie einfach so weiter. Und wenn Sie mal in Münster sind, würde ich mich gerne mit Ihnen über die Bildungspolitik an den NRW-Berufsschulen austauschen. So richtig offiziell mit Kreuzchen für die Strichliste der politischen Taten. 😉

    Lieben Gruß!

  38. Bernd Juchems

    Hallo Birgit,

    egal, was die anderen sagen: mir ist es lieber, dich authentisch zu erleben und

    So was wie „als Politiker schreibt man so was nicht“ halte ich nicht nur für Blödsinn, sondern auch für gefährlich. Wenn sich eine prüde Gesellschaft von freiwilliger Öffentlichkeit in einem Medium, welches man nicht nutzen muss, reibt, liegst nicht du falsch, sondern die Gesellschaft.

    Insofern sage ich mit Najda weiter oben: lasse doch reden. Und lass dir nicht vorschreiben, was du zu twittern hast.
    Meine persönliche Meinung: alle Leute, die sich an ein paar Tweets stoßen, sollen mal den Besenstiel aus ihrem Rektum deapplizieren. Ich glaube, eine Welt, in der Menschen freier und lockerer über schöne Dinge reden könnten, wäre eine bessere.

    Gruß
    B.

  39. Katja Söllner

    Ich verfolge diesen Kommentar-Thread nun schon seit einiger Zeit. Und ich stelle fest, dass Frau Rydlewski auf keine einzige konkrete Frage, auf kein einziges konkretes Argument, das ihr Handeln in Frage stellt, reagiert, sondern sich stets in argumentativen Seitenarmen verliert. Am deutlichsten wird das bei der häufig gestellten Frage danach, was sie denn an konkreter politischer Arbeit geleistet hat. Ich hege den Verdacht, dass Frau Rydlewski die Argumente ihrer Kritiker gar nicht versteht. Oder nicht verstehen will.

    Bislang hat sich Frau R. als Politikerin verhalten wie ein schlechter Schachspieler, der ständig dumme Züge ausführt, dabei nackt am Brett sitzt und sich ernsthaft darüber wundert, dass BILD, Heute-Show, Der Westen, WELT usw. über ihre Nacktheit berichten. Und die dann sagt: „Oh, wir sind doch alle von Natur aus nackt! Warum diese verlogenen Kleider!“

    Wenn Sie wenigstens eine gute Schachspielerin (Politikerin) wäre, könnte man das u.a. noch verschmerzen, aber in diesem Fall stimmt gar nichts: Keine politischen Erträge, nur lächerliche Außendarstellung, die mit Seximus-Vorwürfen und Hinweisen auf Transparenz und Ehrlichkeit kaschiert wird.

    Wir sollten glücklich sein, dass Rydlewski im Landtag sitzt. Als Lehrerin würde sie noch mehr Schaden anrichten.

    Eine typische Antwort von R. auf diesen Kommtnar wäre z.B.: „Welche konkrete Frage habe ich denn nicht beantwortet?“

    Bevor Sie das schreiben: Es stehen viele oen auf dieser Seite. Beantworten Sie endlich mal eine. Zum Beispiel die nach Ihrer politischen Tätigkeit, die aus dem, was auf dieser Seite steht NICHT hervorgeht.

  40. Glamypunk

    Nach dem Scheitern von LQFB, nach einer totgelaufenen Transparenzdebatte und gar Auftrittsverboten im TV, nach -zig Abmahnungen und Klagen hin und her, ist Twitter nun das einzige und letzte Instrument, was von der „Basisdemokratie“ der Piraten übrig geblieben ist. Lasst Euch das nicht auch noch nehmen!

  41. Bud B.

    Nun ist es aber auch mal gut! Ich bin wahrlich kein Freund der Piraten, aber selbst mir geht es zu weit, wenn aus den Tweets ein Skandal produziert wird. Und wenn jetzt Nachrichtenagenturen den Blogbeitrag der PGF als Aufruf zur Fraktionsauflösung interpretiert, ist das, nun ja … doch fragwürdig.
    War der Beifall von allen Fraktionen nach dem schnellen „Feierabendwunsch“ in der Plenarrede (die ja keine war) von Thorsten Sommer nicht auch Ausdruck aller Abgeordneten, dass sie nach über 12 Stunden müde waren und einfach nur noch zum Feierabendbier wollten? Wird es demnächst ein Fall für Jauch, wenn ein Abgeordneter an einem Eis leckt?
    Es gibt reichlich andere Punkte, um die Überflüssigkeit der Partei aufzuzeigen: Da brüstet sich dich Fraktion damit, über 40 Plenarreden gehalten zu haben. So what? Das ist der Job, alle anderen Fraktionen haben das auch gemacht. Da wird die Darstellung des Haushalts mit bunten Balken gefeiert. So what? Die Zahlen stehen ohnehin seit Jahren alle im Netz. Da wird Open Data gefordert. So what? Wird auch ohne Piraten ohnehin kommen… Was aber hoffentlich nicht kommen wird, ist eine Post-Privacy-Gesellschaft (ja ich weiß), denn das Private wurde mühsam in blutigen Kämpfen errungen und ist konstitutiver Bestandteil unseres Zusammenlebens, in dem aber jeder das Recht haben sollte, seine eigene Privatheit auch aufzugeben.

    1. Sebastian

      Selbstverständlich hat jeder das Recht, seine Privatheit aufzugeben. Aber der, der solches tut, muss dann auch damit rechnen, mit dieser Offenheit anzuecken. Ich gehe z.B. fest davon aus, dass alle unsere Politiker essen und das Gegessene später wieder ausscheiden. Ich gehe weiter davon aus, dass alle Politiker Sex haben und sei es nur mit sich selbst. Gleiches gilt auch für Lehrer. Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass Lehrer, Politiker und auch Steuerbeamte sich manchmal in Sitzungen langweilen. Es könnte sogar sein, dass mein Schulleiter sich manchmal langweilt, wenn ich mit einer Anfrage an ihn herantrete.

      Aber ich will nicht, dass all diese Leute darüber schreiben, sondern ich bin froh, dass sie es nicht tun.

      Warum ich das nicht will? Weil ich es – Achtung, altmodisch – für eine Frage des Anstandes halte, bestimmte Dinge auch im Jahr 2012 dem nicht-öffentlichen Privatleben zu überlassen.

      Natürlich kann man der Meinung sein, dass Privatheit total 1980 ist. Dann sollte man all seine Befindlichkeiten und jeden Gedankenfetzen und jeden törichten Scherz oder Kalauer ins Netz stellen und so öffentlich machen.

      Aber dann sollte man eben auch damit leben können, dass es Menschen gibt (siehe meinen obigen Post, abgeleitet aus den Wahlergebnissen ist es die Mehrheit), die diesem Verständnis von öffentlicher Privatheit eben nicht folgen.

      Ich frage mich zum Beispiel auch schon länger, wie Frau Rydlewski in vier Jahren wieder Schülern unter die Augen treten möchte, wenn all ihre Unlustbekundungen, ihre sexuellen Vorlieben, ihre Sexunfälle und ihre *mimimimi, wäre schön, wenn mich mal jemand in den Arm nehmen könnte*-Tweets in der Öffentlichkeit bleiben.

      Ja, ich weiß, jetzt kommt gleich wieder das Argument der Filtersouveränität („Es zwingt ja keiner die Schüler, das zu lesen“) oder das Argument, dass die Gesellschaft eben noch nicht weit genug wäre, um mit solch fortschrittlichem Umgang mit Privatheit umgehen zu können.

      Dem möchte ich gerne mit zwei Fragen begegnen:
      1. Wenn das, was ich veröffentliche, dazu geeignet ist, dass andere Menschen mich angreifen, dann sollte ich, gerade wenn ich ein öffentliches Amt bekleide, doch mal kurz innehalten und fragen, ob das so gut ist, was ich da tue, oder? Wäre es nicht viel schlauer, Dinge zu veröffentlichen, die zeigen, was für ein engagierter und professioneller Politiker ich bin?

      2. Wo steht eigentlich, dass es unsere Gesellschaft nach vorne bringt, wenn alle alles öffentlich machen?

  42. Ein Wähler

    Zitat:
    (Einer hat mir auf Twitter vorgeworfen, dass ich dort antworte…. Ich solle lieber arbeiten…. Gehört Kommunikation nicht auch zur Arbeit eines Politikers?)

    Twittern = Plappern!

    Plappern sollte keine Kommunikationsform eines Politikers bzw. Lehrers sein.
    Setzen – 6.

    Zitat:
    Man bekommt Burn-Out, wenn man seine Werte nicht leben kann….

    Frau Rydlewski hat, wie sehr viele andere auch, mit Sichheit keinerlei Ahnung,
    was Burn-Out tatsächlich bedeutet.
    Genervt, überfordert oder gelangweilt sein ist noch lange kein Burn-Out!

    Nur mal so…

  43. SUW

    Was wollen Wähler von den Piraten?

    Liebe Rya –
    kennst du euer Wahlprogramm nicht mehr ?
    Mit welchen Stärken bringst du dich ein ? Das zählt.
    Ich habe dich auch mit ins Parlament gewählt und deine privaten Angelegenheiten ( wie du lebst was du magst wer du bist als Person ) interessieren mich nicht ! Und wenn ,frage ich dich direkt !
    Und :
    Bitte sprich nicht vorschnell von burn out – !
    Helfen könnte dir dabei einmal mit burn-out-Patienten zu sprechen bzw dich mit dem Thema zu befassen.
    So erzeugst du leider in mir den Eindruck einer Person ,die ,weil sie inhaltlich arbeiten will aber an der Form scheitert , sich auf das Opferniveau begibt – ich glaube daß man sich nicht verbiegen muss ,wenn sich Hürden zeigen ,es sei denn ,man ist sich selbst nicht sicher.
    So ein Amt fordert viel – vielleicht hast du das auch unterschätzt oder bist auf der Euphorie-Welle geschwommen ( die ich für gefährlich halte,denn xy % haben anders gewählt ) ..

    Also bring dich in der Sache ein und thematisiere deine Stärken und deine Interessen am Thema Bildungspolitik !
    Dafür gab ich der PP meine Stimme !

  44. Manuel Grieger

    Meine Fresse…treten Sie einfach zurück und gut ist. Dann wieder zurück in den alten Job als Lehrerin und wenn Sie dann über Sex, Verhütung, Schamlippen oder sonstwas twittern fragen höchstens die Schüler nach. Und alle sind glücklich! 🙂

  45. zaphod

    Lass Dich nicht unterkriegen und verbieg Dich nicht.

    Und haltet zusammen! Diskutiert das intern, nach aussen kein böses Wort! Die doofe Presse sollte lieber über die Verwicklungen und Interessensverquickungen von Herrn Steinbrück berichten.

  46. Pingback: Transparenz und Sex | ROTSTEHTUNSGUT

  47. Christian

    Ein Mandatsträger bzw. eine Mandatsträgerin vertritt im Landtag nicht nur diejenigen Wählerinnen und Wähler, die ihn oder sie direkt gewählt haben, sondern alle Bürgerinnen und Bürger. An eine solche gleichermaßen verantwortungsvolle wie ehrenhafte Aufgabe sind schlicht gewisse Erwartungen im Hinblick auf das öffentliche Auftreten geknüpft. Wenn der politische Geschäftsführer der Piraten in Sandalen im TV auftritt, mag das ja noch einen gewissen unangepassten Charme haben (man denke an Joschka Fischers Vereidigung in Turnschuhen); das öffentliche Ausbreiten über Sexualpraktiken, Besäufnisse oder geplatzte Kondome hat jedoch genau diesen Charme nicht, sondern wirkt schlicht pubertär, würdelos und kleingeistig. Von einer Landtagsabgeordneten und erfahrenen Pädagogin erwarten viele Bürgerinnen und Bürger schlicht und ergreifend, dass sie bei ihrem Auftreten in der Öffentlichkeit ein gewisses Mindestmaß an Niveau erkennen lässt. Darüber hinaus stellt sich mir – ernsthaft – die Frage, wie eine Wiederaufnahme der schulischen Laufbahn nach einem ja irgendwann möglichen Ausscheiden aus dem Landtag nach derartigen Eskapaden noch möglich sein soll.

    Aus dem Landtag gibt es sicher sehr viel interessantere Dinge zu berichten, als sich nur darüber auszulassen wie öde einem mal wieder alles vorkommt oder darüber zu sinnieren, welcher Abgeordnete denn gerne an einem lecken dürfte. Das schadet der Würde des Hauses (und ja, der schaden natürlich Korruptionsskandale und andere Affären noch viel mehr) und ist schlicht und ergreifend unnötig. Konzentriert euch doch einfach auf Themen und Inhalte und lasst den pubertären Mist außen vor. Jedem 14-jährigen wird heute schon erklärt, dass er seine Sauf- und sonstigen Eskapaden nicht ungehemmt auf Facebook ausbreiten soll, damit spätere Lehrer, Professoren und Arbeitgeber ihn noch ernst nehmen können – Stichwort „Medienkompetenz“ (und sicher nicht „Schere im Kopf“). Gerade eine Piratin sollte das doch eigentlich draufhaben…

  48. SHanesPrancio

    Sage nicht immer, was du weiß, aber wisse immer, was du sagst.
    Die Presse greift eben alles auf, ob nun aufgebauscht oder nicht. Da können die Piraten noch so sehr schimpfen, den Umgang mit den Medien beherrschen sie nicht. 😛

  49. trüffelschwein

    hahahaha 😀 unfassbar. hätte ein mann sowas geschrieben, rauswurf und anzeige wegen sexueller belästigung, herzchen.

  50. Jörg H.

    Liebe Birgit,
    ich bin nur zufällig über die merkwürdige Auseinandersetzung mit ihren tweets gestolpert, hoffe aber dennoch, Sie lassen sich nun nicht einschüchtern oder unterkriegen (schon gar nicht von der „Bild“-Zeitung), sondern nehmen den vermeintlichen Nachteil als Vorteil: Sie haben Aufmerksamkeit erregt. Nun mag es in der Öffentlichkeit Stimmen geben, die sich auf die Seite von political correctness und geheuchelter Prüderie Gehör verschaffen – aber es gibt auch die anderen, die diese unverstellte Art Politik zu betreiben angenehm und erfrischend finden – ich gehöre dazu. Bleiben SIe, wie Sie sind. Viele Grüße, Jörg H.

  51. Markus S.

    Hallo Birgit,

    mit Kopfschütteln habe ich deinen Beitrag gelesen. Besonders hat mich gestört „Schließlich sind wir in der Fraktion nun Politiker und da müssen wir uns an die Regeln halten. Das heißt im Klartext: Ich muss jeden Tweet darauf überprüfen, ob er noch den Normen entspricht, die an Politiker im allgemeinen so angelegt werden.“

    Es geht hier nicht darum, ob Du „nur“ Politikern bist oder und/ob nun deine Privatleben tabu ist oder nicht. Es geht meiner Meinung darum, daß man mit den Folgen seiner Äußerungen leben muss und vor allem ob die in Anspruchnahme des Rechts auf „Freie Meinungsäußerung“ die Mißverständnisse und daraus resultierenden Schäden gerechtfertigt sind. Solnage man diese Folgen nur alleine zu tragen hat, kann man eben diese Entscheidung für sich alleine treffen. Sowie dadurch jedoch Dritte oder das erreichen von „höheren Zielen“ gefährdet wird, sollte das natürlich bedacht werden.

    Ein kleines Beispiel zum nachdenken, fernab der politischen Welt und Medien:
    Ich habe ein kleines Unternehmen mit drei Angestellten. Viele unserer Kunden sind in den örtlichen Schützenvereinen organisiert. Ich persönlich finde diese zum kotzen, kann dies auch gut begründen. Diese Meinung tue ich nun (schriftlich) kund (Website/Facebook/twitter). Das hat zur Folge, daß wir viele Kunden verlieren. Dadurch muß ich zwei meiner Angestellten kündigen. Wenn ich für mich alleine verantworltich gewesen wäre (also keine Angestellten gehabt hätte), hätte ich mich alleine mit den Folgen außeinandersetzen müssen und Dritte hätten dadurch nicht gelitten. Ich habe für mich daraus gelernt, daß ich zwar das recht auf freie Meinungsäußerung habe, wenn ich dieses in Anspruch nehme, muß ich aber auch vollumfänglich mit den daraus resultierende Konsequenzen leben. Ursache und Wirkung muss man immer im Auge behalten. Ich kann auch meinen Kunden jetzt nicht vorwerfen, dass Sie nicht mehr zu uns kommen, denn auch das ist ihr gutes Recht. Wenn mir die Meinung eines Geschäftspartners nicht gefällt, dann nehme ich ja auch für mich das gleiche Recht in Anspruch. Beispielsweise gefallen mir die Äußerungen eines Kioskbesitzers nicht. Daher gehe ich jetzt woanders hin. Er muß ebenso mit den Konsequenzen leben. Ich habe auch schon Kunden verloren, weil ein Mitarbeiter der Meinung war, denen seine Meinung zu sagen. Auch nicht O.K. oder? Der (angestaubte) Spruch, „Reden ist Silber und schweigen ist Gold“ hat schon seinen waren Kern und sollte insbesondere von Personen die öffentliche Ämter bekleiden nicht vergessen werden. Wichtig finde ich in diesem Zusammenhang auch, sich einfach mal Gedanken darüber zu machen, was eine Meinungsäußerung ist und was einfach nur sinnfreies Geplapper. Also, was ist der Beweggrund für eine Äußerung und was will man damit bezwecken. Sicherlich ist auch nicht verkehrt mal zu überlegen und nachzuschlagen, was eigentlich privat und öffentlich ist und bedeutet ( http://de.wikipedia.org/wiki/Privat ). Die Frage die sich durch deine vermutlich unbedachte Äußerungen ergibt, ist ob das dann überhaupt ein soziales Verhalten ist, wenn man eben die daraus resultierenden Schäden für andere nicht beachtet und einzig und allein auf sein Recht zur freien Meinungsäußerung besteht. So gesehen kann man dann nämlich an deiner soziale Kompetenz zweifeln.

    Mit freundlichem Gruß
    Markus S.

  52. Kleines Lieschen

    Liebe Birgit,
    dumme Sache, aber thematisiere doch einfach im Ältenstenrat, dass z.B. seit 1980 kein Landtag von NRW ordnungsgemäß konstituiert wurde, demzufolge keine Bundesversammlung ordnungsgemäß besetzt wurde und demzufolge die Bundespräsidenten nicht ordnungsgemäß gewählt wurden und demzufolge … auweia! Na ja, als Abgeordnete sollten der Ältestensrat und Du die entsprechenden rechtlichen Konsequenzen kennen.

    Im Übrigen wirst Du dann auch sehen, dass die Zeitung für die Vier Buchstaben an solchen Skandalen kein Interesse hat. Infos und Beweise auf Anfrage per Mail. Mal sehen, ob Dich das Thema interessiert. Deine Kollegen haben das Thema bisher gemieden wie die Pest.

    Grüße vom kleinen Lieschen

  53. Kleines Lieschen

    Aha, angekommen in der Welt der politischen Verweigerer! Angst, den Kommentar zu veröffentlichen? Da erzählt Dir das kleine Lieschen, wie die Welt in NRW ausschaut, und Du schließt die Augen. Nicht mehr klar zum ändern?

      1. Ludwig

        Macht es noch Sinn, hier zu kommentieren? Frau Rydlewski reagiert auf berechtigte inhaltliche Kritik gar nicht und wenn Sie reagiert, dann nur auf wirklich merkwürdige Kommentare, in denen die Beschwerde geäußert wird, dass Texte nicht rasch genug freigeschaltet werden.

        Frau Rydlewski: Sie haben alle Zeit der Welt, Kommentare freizuschalten. Aber bitte: Antworten Sie endlich einmal sachlich, nüchtern, informierend und nicht verpackt in kurze Gegenfragen oder kryptische Statements die hier inzwischen mehrfach aufgebrachten Fragen nach den Inhalten Ihrer Tätigkeit jenseits der Sex-Twitterei.

        Es muss doch irgendwie möglich sein, mit Kritik an Sie heranzukommen. Es kann doch nicht sein, dass Sie das alles teflonmäßig an sich abprallen lassen. Und bitte: wenn Sie auf diese Frage antworten wollen, geht das am besten und am überzeugendsten dadurch, dass Sie die o.g. inhaltlichen Fragen beantworten.

        Geben Sie sich doch mal Mühe, auch die Kritiker und Skeptiker ernst zu nehmen und nicht nur Flausch-Orgien mit Ihren Anhängern zu zelebrieren.

        1. Ludwig

          Das Fatale ist: Sie haben jetzt das Image des „Twitter-Luders“ und der „Sex-Piratin“ un schaden damit dem öffentlichen Ansehen der Partei, für die Sie doch eigentlich kämpfen sollten.

          Bei aller Transparenz: Wäre es nicht klüger, Ihre persönlichen Sex-Tweets zurückzustellen, weil die Interessen der Partei einfach wichtiger sind, als Ihre Wodka-geschwängerten-Kondom-One-Night-Stands?

          Sie können ale Privatperson authentisch bleiben. Als Politikerin müssen sich der Form der politikern entsprechen, wenn Sie Inhalte verändern wollen. Dass Sie das nicht verstehen, wird Ihnen – und Ihrer Partei – das Genick brechen.

        2. Birgit Rydlewski Artikelautor

          Glauben Sie wirklich an das, was Sie schreiben? Dass das an mir abprallt?

          Ich habe nirgendwo geschrieben, dass ich schon eine Schlussfolgerung habe….

        3. Birgit Rydlewski Artikelautor

          Spontan habe ich Anschlussfragen: Mit wie vielen Politikern kommunizieren Sie so durchschnittlich im Monat? In welcher Zeit erfolgt die Antwort normalerweise? Wie viele Standardschreiben sind dabei?

          1. Ludwig

            Sehr geehrte Frau Rydlewski,

            (a) Ich habe den Eindruck, dass Sie viele Vorwürfe gar nicht verstehen (im Sinne von: nachvollziehen können) und dass Sie deshalb den Eindruck erwecken, dass vieles von Ihnen abprallt.

            (b) Dass Politiker etablierter Parteien nicht so schnell antworten wie Sie und dass es dort Standardschreiben gibt, weiß ich durchaus. Ich hegte jedoch die Hoffnung, dass Sie, die Sie doch sehr häufig online sind, sich von diesen Politikern dadurch unterscheiden, dass Sie schneller und individueller antworten. Und Sie antworten tatsächlich schnell. Manchmal. Und Sie antworten tatsächlich individuell: Aber Sie beantworten selten die an Sie gestellten Fragen. Das ist dann noch unbefriedigender als ein Standardschreiben.

            Weiter oben schrieb mal jemand, dass 98 von 100 Leuten Ihr Verhalten merkwürdig finden und verknüpfte das mit der Bitte, doch endlich mal offen zu legen, worin denn der Kern Ihrer politischen Arbeit bestehe. Ihre Antwort: „mir ist unklar, woher Ihre Zahlen stammen…“ Keinerlei Eingehen auf die eigentliche Frage. Das, liebe Frau Rydlewski, IST eine Standardantwort. Und das frustriert diejenigen, die sich die Mühe machen, mit Ihnen in Kontakt zu treten.

            (c) Ich frage daher nicht noch mal, was Sie als Politikerin bislang bewegt haben, sondern versuche Ihnen noch einmal begreiflich zu machen, was viele Menschen irritiert: Politiker haben Sex, sie müssen aufs Klo, sie pupsen und sie müssen sich deswegen nicht schämen. Es bedeutet aber weder einen Zugewinn an Ehrlichkeit noch an Transparenz, wenn man öffentlich über Sex redet, scheißt und pupst. Das haben die meisten Menschen spätestens nach der Pubertät verstanden. Die anderen sind ganz offensichtlich in der Piratenpartei.

            (d) Ich erwarte keine Antwort. Ich bin nämlich wirklich SEHR enttäuscht von Ihnen. Wählbar sind Sie nicht mehr.

  54. Pingback: Krise in NRW: Piratin twittert sich um Kopf und Kragen » DAILY 8 NEWS

  55. Caro

    Ich will mal versuchen die Frage nach dem „was erwarten die Wähler von einem Politiker den sie wählen eigentlich“ zu beantworten.

    Nun, in allererster Linie versuche ich heraus zu bekommen welcher Politiker am besten meine Interessen vertreten kann. Unabhängig welche das jetzt im einzelnen sind, erwarte ich auch von den Piraten dass sie über den Tellerrand hinausschauen und sich insgesamt mit der Politik auseinander setzen. Die Probleme einer Gesellschaft bestehen nämlich nicht nur in Zensurversuchen des Internets.

    Die sonst von der Piratenpartei geforderte Transparenz ist in meinem Augen etwas sehr naiv, denn zuviel Transparenz kann auch Unheil anrichten. Zu schnell können Mißverständnisse entstehen. Eine gewisse Transparenz über die eigene Arbeit und die Möglichkeit aller Mitglieder der Partei zum Beispiel darüber abzustimmen welche Themen wie weit relevant sind für das öffentliche Leben aller Bürger, ja das ist akzeptabel. Möglicherweise sind die Piraten so mutig und fragen auch nach der Meinung derjenigen die noch keine Parteimitglieder sind.

    Aber Transparenz im Sinne von „alle müssen jetzt alles über mich wissen“, das tut nicht not. Mich interessiert es auch herzlich wenig ob eine ehemalige Lehrerin und jetzt Politikerin ungeschützten Sex hatte. Im Gegenteil, wäre ich Mutter von Pubertierenden würde mich das sogar ziemlich aufregen. Im Alter von 42 Jahren sollte Frau doch soviel Verstand aufbringen solches tunlichst für sich zu behalten. Allenfalls im engsten Freundeskreis kann man seine Ängste gerne mitteilen. Das hat nichts mit Prüderie zu tun, sondern mit Verantwortungsbewußtsein für seine „öffentliche“ Position.

    Von daher, ich erwarte von den Politikern die ich wählen möchte dass sie verantwortungsvolle erwachsene Menschen sind und sich nicht benehmen wie Teenager die gerade ihre liebe Mühe haben mit ihren Hormonen klar zu kommen und dies der ganzen Welt mitteilen müssen.

    1. Birgit Rydlewski Artikelautor

      „Ungeschützt Sex“ ist schlicht falsch. Da würde ich mir manchmal wünschen, dass dann auch richtig zitiert würde.

      Ansonsten vielen Dank für Ihre Anregungen. Ich sehe es auch als wichtigen Hinweis, dass die Piratenpartei mehr abfragen muss, welche Themen für Menschen aus der Bevölkerung wichtig sind (also gerade die Menschen, die nicht Parteimitglied sind). Ich will da keine Tooldiskussion, aber so eine richtig tolle Möglichkeit haben wir da derzeit noch nicht. Liquid Feedback für Wähler? Aber das bedeutet auch immer, dass Menschen dann relativ viel Zeit investieren müssen. Ich hoffe, dass wir die Ideen diesbezüglich noch erweitern können.

      Was die privaten Themen angeht: Ich weiß nicht, ob wir vermitteln können, dass es im Internet auch darum gehen kann, eben nur das zu lesen, was man lesen möchte und was für einen selbst wichtig ist. Ich sehe, dass das derzeit für große Teile der Bevölkerung noch ein strittiges Konzept ist.

      1. Caro

        Erst mal entschuldigung fürs Fett schreiben, war so nicht gewollt. Hatte das „bold“ versehentlich für ein break gehalten. Habe wohl schon zu lange kein html mehr benutzt.

        Ich sags mal so, es gibt einfach Themen und persönliche Dinge die sind besser bei guten Freunden oder der Familie aufgehoben als im Internet. Ich bin gerne im Internet aktiv und beteilige mich auch an der einen oder anderen Diskussion. Ich sage dort auch gerne meine Meinung, aber ich habe weder bei Twitter noch bei FB einen account weil wie Sie schon richtig sagen, irgendwann reicht dann auch die Zeit nicht mehr sich mit allem zu beschäftigen. Also filtere ich aus und lese neben Nachrichten in verschiedenen online Medien nur in den Foren die sich mit Themen befassen die auch meinen Interessen entsprechen.
        Ich gehöre zu denen die nicht einfach nur blind zur Wahl gehen und ihr Kreuzchen bei der Partei oder Person machen die die besseren Schlagzeilen in den Medien hatte, sondern nehme mir auch die Zeit zu sehen was und wofür Partei und Personen steht. Natürlich aber spielt auch eine Rolle wie sich Personen in der Öffentlichkeit geben, was dem einen sympatisch vorkommt stößt andere ab.
        Vor diesem Hintergrund hat es nichts damit zu tun dass man nicht Transparent genug ist wenn etwas zurückhaltender ist, sondern mit Klugheit und Selbstschutz. Sie sehen ja selbst was ein paar unbedachte Bemerkungen verursachen können. Es bleibt nicht aus dass einem dabei auch die „Worte im Mund umgedreht werden“. Es gehört zum Menschen. Sie kennen doch sicherlich das Spiel wo man dem Neben sich was ins Ohr flüstert und der flüstert es dem nächsten ins Ohr und so weiter… und je mehr daran beteiligt sind um so lustiger ist was am Ende dabei rauskommt.

      2. Markus S.

        Hallo Birgit,

        Du schreibst. „Ich weiß nicht, ob wir vermitteln können, dass es im Internet auch darum gehen kann, eben nur das zu lesen, was man lesen möchte und was für einen selbst wichtig ist.“

        Wer eine (politische) Bühne betritt und nur rumplappert, darf sich nicht wundern, wenn die Zuhörer aufstehen, gehen und eben und nicht wiederkommen wenn es interessant wird. Denn die Erkenntnis, seine Zeit vergeudet zu haben führt dazu sich nicht wider so schnell locken zu lassen. Ich kann für mich sagen, daß ich große Hoffnungen in die PP gesteckt habe. Ponader, Urbach, Schramm, Schmidtlepp (besonders bei Roche & Böhmermann), Flauschcon und Rydlewski haben die PP für mich die Hoffnung auf eine ernst zunehmende Alternative zerstört. Bin jetzt absolut desillusioniert und muß wohl akzeptieren dass mein Engagement für die PP offensichtlich Ressourcenverschwendung gewesen ist. Nur gut, daß ich keine Kinder hab und mich später nicht rechtfertigen muß. Schade, denn alles fing so vielversprechend an.

          1. Markus S.

            Ich lasse mich mich gerne von positiven Fakten überraschen, aber im Moment wirkt das alles wie ein unreifer Kindergarten, was mir Angst macht. Und ja, bei jüngeren (ich bin Jahrgang 72) bin ich da nachsichtig. Aber insbesondere von Ihnen hab ich einfach mehr Format und bedachtes Handeln erwartet.

  56. Kaja Söllner

    Liebe Frau Rydlewski,

    ich hatte weiter oben schon angemerkt, dass Sie selbst das Konzept der Filtersouveränität nicht verstanden haben. Sie haben das vielleicht übersehen.

    Was soll es eigentlich bedeuten, dass man im Internet nur das lesen soll, was man lesen möchte und was für einen wichtig ist? Wie soll man das entscheiden, ohne es zu lesen? Welche mir unbekannten Twitter-Filter nutzen Sie, um gezielt zu selektieren? Ich vermute, Sie nutzen nur 2: „Folgen“ und „Blocken“. Doch damit kann nicht fein genug sieben. Filtersouveränität ist ein theoretisch ganz nettes Konzept, das aber in der Praxis versagt. Und selbst wenn es funktionierte: Wollen wir uns alle in eine Filltersouveräne Blase begeben, in die nichts mehr dringt, was irritiert? Kurz: Der Sender einer Nachricht hat auch im Intenet die Auf abe, darüber nachzudenken, was seine Äußerungen anrichten könnten. Er kann sich nicht bequem zurücklehnen und sagen: Du muss doch meinen privaten Mist nicht lesen, wenn Du nicht willst…

    Ich glaube, dass ich wieder keine Antwort bekomme. Aber die Tatsache, dass ich mich hier einbringe, sollte Ihnen zumindest zeigen, dass ich mich ernsthaft mit Ihnen auseinander setze.

    1. Birgit Rydlewski Artikelautor

      Hallo Frau Söllner,

      tatsächlich wird die Antwort jetzt auch etwas knapp. Ich stimme Ihnen zu, dass es problematisch sein kann, wenn man nur noch seine Blase liest. Bei Twitter klappt das weitgehend, wenn man das denn will. Retweets bekommt man aber mitunter trotzdem.

      Ich habe auch kein Interesse ausschließlich mit meiner Blase zu kommunizieren. Das führt ja auch zu Tunnelblick.

      Ich habe nicht vermieden zu antworten, weil ich Sie ignoriere. Ich weiß nur tatsächlich noch nicht, was mein persönliches Fazit aus der ganzen Angelegenheit ist.

      Gespannt bin ich auf die Veranstaltung der Spackeria am Wochenende. Vielleicht gibt es da Ergänzungen.

      Danke auf jeden Fall zunächst mal für Ihre Kritik.

      Beste Grüße

      Birgit Rydlewski

      1. Ute

        Wie wäre es denn einfach mit einem Zweitaccount? Einer für Privates, einer für politische Themen. Damit ist die Redefreiheit nicht beschnitten, aber man gibt dem Leser Gelegenheit, selber zu filtern.

        Mit Verbiegen hat diese technische Trennung der Inhalte übrigens überhaupt gar nichts zu tun. Es ist lediglich ein Werkzeug, das ein Volksvertreter(!) den von im Vertretenen(!) an die Hand gibt. Es ist ein Statement im Sinne von „Ich habe das Recht, mich als Mensch darzustellen und ich gebe euch die Gelegenheit, mich auch als Mensch kennenzulernen. Aber ich anerkenne, dass euch evtl. vorrangig meine Arbeit interessiert.

        Momentan ist der Account @_rya_ quasi binär. Man muss entweder alles oder gar nichts lesen, wenn man sich über deine Arbeit informieren will. Und es ist zumindest bis gestern doch wirklcih sehr viel Privatinhalt dabei gewesen. Das ist, als ob im Newsletter meines Arbeitgebers der gesamte Leserkreis nicht nur über neue Angebote informiert würde, sondern in der Einleitung auch gleich noch Menge und Konsistenz des Morgenstuhls der Geschäftsführung dargelegt würde, die Geburt von Kindern der Mitarbeiter und ähnliches. Ich glaube, es würde wohl auch dich mindestens erheitern, vermutlich aber eher befremden, wenn da die Rechtfertigung käme: „Warum sollen wir uns verbiegen, wir sind doch auch nur Menschen!“ Oder?

        Wie gesagt: Mir erscheint ein Zweitaccount als Mittel der Wahl. Deinen Eintrag über den JVA-Besuch hier fand ich gestern übrigens prima. Einem Account, der hauptsächlich sowas twittert, würde ich sofort folgen. Dein Privatleben, und vor allem die darin erwähnten Intimitäten(!) sind für mich als Fremde – aber immerhin Bürgerin von NRW – völlig uninteressant. Bevor ich sowas lesen möchte, würde ich dich erstmal vorsichtig näher kennenlernen wollen, und nicht gleich in die Vollen gehen, sozusagen. Das hat nichts mit Prüderie zu tun, sondern mit gesunder Distanz.

      2. Ute

        PS:

        Ein Zweitaccount hätte auch den Vorteil, dass man auf Nachfragen nach der politischen Tätigkeit direkt eine sortenreine Liste von Themen bei der Hand hat, die man der Presse und den Bürgern unter die Nase halten kann.

        Er hätte des weiteren den Vorteil, dass der Spruch „Lies es doch nicht, wenn es dir nicht passt!“ endlich legitim genutzt und auch praktiziert werden könnte. Denn um an die politischen Inhalte zu kommen, müsste in der Tat niemand mehr die Privatinhalte zwangsweise mitlesen. Momentan jedoch schon. Genau das ist aber der springende Punkt und Grund für die Verärgerung, scheint mir.

        1. Birgit Rydlewski Artikelautor

          Danke für die Anregungen.

          Ich bin ehrlich gestanden nicht sicher, ob ein offener Privataccount helfen würde. Den würden die Medien ja ebenso zerpflücken, wenn sie denn wüssten, dass es meiner ist. Oder?

          Grüße

          Birgit Rydlewski

          1. Ute

            Wenn sie es denn wüßten, ja, vielleicht. Aber du bist ja nicht gezwungen, den unter deinem Klarnamen zu führen. (Mache ich auch nicht. @terrorzicke) Und immerhin wäre das dann erkennbar ein Privataccount, worauf man die Presse oder geblockte Personen auch verweisen könnte. Schützen könntest du ihn zudem auch noch, wenn es sein muss.

            Nur die Vorstellung, dass man der Presse einen Maulkorb verpassen könne – die dürfte wohl illusorisch sein. Du bist spätestens seit letzter Woche als Volksvertreterin eine Person des öffentlichen Lebens und wirst noch eine ganze Weile unter verschärfter Beobachtung stehen.

            Es steht völlig ausser Frage, dass du in deinem Privatleben tun und lassen kannst, was du willst, solange es sich im gesetzlich gesteckten Rahmen bewegt. Die eigentliche Frage ist halt, ob es nötig ist, dass jeder von jedem Detail erfährt. Denn das Recht auf Redefreiheit bedingt bei der Gegenseite auch das Recht auf Reaktion.

  57. Fine

    Rya, du machst das schon. Medien die nicht über das Transparenzgesetz berichtet haben, hätten das auch ohne deine Tweets nicht gemacht. Ich denke in der Fraktion braucht ihr mindestens ein bisschen mehr Supervision und vielleicht suchst du dir zur Unterstützung mal ein therapeutisches Coaching. Wir brauchen Leute wie dich, die sich Dinge zu Herzen nehmen und Kritik nicht wegschmettern. Aber du solltest auch darauf achten, dass du daran wächst und nicht „Burn Out“ bekommst. Lass dir helfen!

  58. Bud B.

    Ich hatte hier irgenwo mal geschrieben, dass ich kein Piraten-Partei-Freund bin. Die verbalen persönlichen Angriffe gegen Sie wegen solcher Twitter-Äußerungen sind aber zum Teil schon haarsträubend. – Und was in der Fraktion gerade geschieht, nennt man in den bösen etablierten Parteien (man ist ja ganz anders) wohl „Flügelkämpfe“.
    Hier (vielleicht zum Trost) ein vierzig Jahre alter Shitstorm vom alten FJ Degenhardt, dessen Texte und Lieder man nicht immer, aber immer wieder mal hören kann. http://www.youtube.com/watch?v=Rc6DaICLSq8 (Große Schipflitanei von 1973, Fun-fact am Rande, es wurde damals vom wdr ausgestrahlt)

    1. Birgit Rydlewski Artikelautor

      Was im Ältestenrat besprochen wurde, kann ich leider nicht sagen. Ich war gestern krank und nicht im Landtag. Da können wohl nur die Mitglieder der Fraktion etwas zu sagen, die in die Sitzungen des Ältestenrats gehen.

      1. Katja Söllner

        Aber in der Presse ist zu lesen, dass sich die Parlamentsneulinge für ihre Tweets entschuldigt haben. Heißt das, dass Sie jetzt doch der meinung sind, die Tweets waren ein Fehler?

        (Bevor Sie fragen, wo das steht: http://bit.ly/UklqWr)

        1. Birgit Rydlewski Artikelautor

          Wie ich schrieb. Ich war nicht dort. Ich weiß nicht, wer sich dort wo für was entschuldigt hat. Die Anfrage kann der Vorstand vermutlich besser beantworten.

          1. Katja Söllner

            Hm. Entweder Sie haben sich für Ihre Tweets entschuldigt oder nicht.

            Wenn Sie sich nicht entschuldigt haben, steht in der Presse etwas definitiv Falsches, ohne dass Sie dagegen vorgehen. Damit erwecken Sie den Eindruck, als seien Sie mit der Falschberichterstattung einverstanden.

            Wenn Sie sich entschuldigt haben, sollten Sie das einfach sagen. Nach außen hin wurde nämlich von Ihrer Partei der Eindruck erweckt, Sie hätten sich entschuldigt.

            Wenn Sie mir nicht sagen können, ob Sie sich entschuldigt haben, weil man erst den Vorstand fragen müsste, verhalten Sie sich wie der Fußballspieler, der sagt, er müsse sich erst die Fernsehbilder anschauen, bevor er sagen könne, ob er ein Foul begangen habe.

            Einfache Frage mit der Bitte um eine einfache Antwort: Haben Sie sich für Ihre Tweets entschuldigt?

  59. John Dean

    Unter dem vergröbernden Brennblick der Öffentlichkeit verwandeln sich Kleinigkeiten und harmlose private Schnurren in monströse Objekte und Skandale.

    Was hilft hier? Wie kann mensch unter diesen Bedingungen authentisch bleiben, und wie kann erreicht werden, dass die eigentliche politische Arbeit (zu der imho eben auch gehört, mensch zu bleiben) nicht über Gebühr unter diesen Mechanismen leidet?

    1. Stellungnahme (wie hier geschehen)
    2. Verbündete (auch solche, die in die Öffentlichkeiten hinein wirken)
    3. Anpassung – leider

    Der letzte Punkt ist imho deshalb bedeutend, weil die Mechanismen sehr mächtig sind. Die Frage ist allerdings, wieviel Anpassung sinnvoll ist – und ab welchem Punkt Anpassung deformiert.

    4. Kreativer Widerstand

    Beispielsweise lässt sich ungerechtfertigte Kritik auch ironisieren, z.B. mit einem T-Shirt: „Vorsicht! Ich twittere“ oder einem (gut gemachten) Youtube-Beitrag, der die ungerechtfertigte Kritik auseinander nimmt – und zum menschlichen Maß aufruft.

    5. Das menschliche Maß einfordern

    Darauf hat ein jeder ein Recht, finde ich.

    Viele Grüße
    Viel Mut!

    ein SPD-Genosse mit Sympathie für Piraten/innen

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  62. Katja Söllner

    Seufz. Anstatt zu sagen:

    „Ja, ich habe mich für die Tweets entschuldigt“

    oder

    „Nein, ich habe mich nicht entschuldigt“

    kommt ein „Das wird auf Dietmar bezogen sein.“

    War es nicht. In der Presse war zu lesen, dass auch Sie sich entschuldigt hätten.

    Ich will doch nur wissen: Haben Sie das getan? Ein einfaches „Ja“ oder „Nein“ genügt. Das dürfte doch bei den transparenten Piraten nicht zuviel verlangt sein.

    Also bitte: Nur diese eine eindeutige Antwort.

    Ein Wort. Haben SIE sich für die Tweets entschuldigt?

    „Ja“ oder „Nein“?

    1. Birgit Rydlewski Artikelautor

      Nun. Ich war nicht da. Nein. Ich habe mich nicht entschuldigt. Aber ich schließe nicht aus, dass andere in meiner Abwesenheit in meinem Namen gesprochen haben.

      1. Kaja Söllner

        In Ihrer Abwesenehit wurde also möglicherweise eine Entschuldigung ausgesprochen, die Sie gar nicht unterstützen. Soso.

        Oder anders: vor dem Ältestenrat wurde gelogen, wenn sich jemand an Ihrer statt für die Twitterei entschuldigt hat. Sie sind ja offensichtlich noch der Meinung, nichts gean zu haben, wofür man sich entschuldigen müsste…

        1. Birgit Rydlewski Artikelautor

          Gut. Wir haben jetzt mehrfach festgestellt, dass wir an diversen Stellen unterschiedlicher Meinung sind. Das ist dann wohl so.

          Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute.

          1. Kaja Söllner

            Das Wünsche ich Ihnen auch.

            Was mich so schockiert: Sie schwurbeln in Ihren Antworten genau so herum wie die ach! so etablierten Politiker. Das ist schade.

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