Archiv für den Monat: Mai 2012

Tagebuch 29./30.5.

Tagwerk 29./30.5.

Im Moment leider nur die Kurzfassung. Aus… Gründen…

Derzeit eher die anstrengende Variante. In der Fraktion ist vor allem viel Formalzeug zu regeln. Vor der konstituierenden Sitzung am 31.5. (hach, das ist ja schon morgen…)  Geschäftsordnung, Wahlordnung, Finanzordnung. Ich habe zwar ein wenig Recht studiert, aber ich habe an sowas nicht viel Spaß.
Danach: Diverse Wahlen. Fraktionsvorsitz. Parlamentarische Geschäftsführerin (mit Vertretern). Bis dahin lief es ganz gut. Joachim Paul als Fraktionsvorsitzender, Monika Pieper als Parlamentarische Geschäftsführerin.
Entscheidungen über die mögliche Einstellung von Bewerbern für den Posten des Fraktionsgeschäftsführers. (Diese Entscheidungen werden heute/aktuell getroffen.)

Schwieriger wurde es dann gestern  bei der Wahl der Mitglieder für diverse Ausschüsse. Wir haben angefangen zu wählen aus der Gruppe der Interessenten für diverse Ausschüsse (zum Beispiel Petitionsausschuss, Wahlprüfungsausschuss etc.)
Es muss so in etwa bei der Wahl zum Haushalts- und Finanzausschuss gewesen sein, als uns auffiel, dass es so mit der Besetzung der Ausschüsse eventuell nicht klappt.

Einmal führt das Scoring-Verfahren dazu, dass Ergebnisse eventuell recht frustrierend sein könnten (also sowas wie -20 möglicherweise). Auf der anderen Seite soll es ja im Idealfall so sein, dass alle auch ein wenig zufrieden sind mit den ausgewählten Ausschüssen und zudem noch Sachkompetenz sinnvoll eingebracht werden kann.

Dieses Problem haben wir aktuell noch nicht gelöst.

Nachtrag: Heute haben wir etwas emotionaler darüber diskutiert, wie viel man einem kurzfristig anzustellenden Mitarbeiter für die Protokollführung zahlen sollte. Als Dilemma wurde da formuliert, dass wir keine Steuergelder/Gelder der Fraktion verschwenden sollen, aber den Mitarbeitern auch eine angemessene Bezahlung geben wollen. Im Moment geht es „nur“ um eine Übergangslösung. Trotzdem muss man sich darüber streiten. Ich sehe uns da als Vorbild und ich möchte mich nicht daran orientieren, dass „andere Organisationen“ weniger bezahlen

Weiterhin ist die Organisation noch chaotisch. Wie oft, wie lange Fraktionssitzungen? Wie sollen sich die Arbeitsgruppen organisieren? Wer bekommt welches Büro?

Das steht wohl die erste Storming-Phase an. Gruppendynamik. Nicht unerwartet

Ziemlich sicher werden wir nicht jeden Tag von 10.00 Uhr bis 22.00 Uhr Fraktionssitzung durchhalten können;-)

Muss eine Partei Vorbild sein?

Ich habe mich geärgert….

Eigentlich war es nichts Bedeutendes. Auf einer lokalen Mailingliste ging es um die Bestellung von T-Shirts. Billig sollten sie vor allem sein.
Ich habe mir erlaubt, zu bemerken, dass wir auch mal nach T-Shirts gucken könnten, die mit fairen Löhnen produziert werden.
Nein. Wir werden nicht gleich die Welt besser machen, aber verdammt nochmal: Wir sollen zumindest hinterfragen, was wir da tun.
Wir schreiben Dinge wie „Teilhabe“ und „Gerechtigkeit“ in Wahlprogramme, aber was meinen wir damit eigentlich. Wessen Teilhabe?

Die im Landtag könnten ja mal… Jemand könnte mal….
Und letztendlich beginnt Politik nicht da im Landtag, sondern bei jedem Einzelnen von uns, der an ganz vielen Stellen schon hinterfragen kann, wo er eigentlich Macht aus der Hand gibt, die er ausüben kann, als Konsument zum Beispiel. Als Konsument von Fleisch aus Massentierhaltung. Als Konsument von billigen T-Shirts.

Wenn wir nicht nur eine weitere Partei sein wollen, die vor allem ihre eigenen Pfründe schützen will, müssen wir über unseren eigenen beschränkten Tellerrand hinausschauen. Sonst sind wir nämlich nicht besser als die Altparteien, nur auf einen anderen Bereich bezogen.

Nachtrag: Die Diskussion hat sich dann aber zumindest gut entwickelt. Hoffnung besteht, solange wir zumindest immer wieder reflektieren, nachdenken, neu denken.